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tmigen zwischen den Vornehmen und Geringern ; jeder sieht denVorzug des Andern als einen Vorwurf seiner Niedrigkeit an,und dem gemeinen Wesen große Dienste geleistet haben , istoft schon genug, um einen Mann verdächtig zu machen. Ist vol-lends das Volk, wie in Griechenland und Rom, im Besitz derhöchsten Gewalt — das Volk, das sich selbst nie zu regierenversteht, sich Jedem preis gibt, der es an sich lockt, und den-noch eifersüchtig auf die Behauptung seiner Rechte ist, — sokann leicht der verdienstvollste Mann seinen Untergang finden.Hierzu kommt aber auch noch folgender Umstand, der vorzüg-lich den alten Staaten Roms und Griechenlands zur Last fällt.In Friedenszeiten hat der gemeine Bürger wenig zu thun.AlleHandwerke und mechanischen Künste des häuslichen Lebens wur-den meistens nur von den Sclaven betrieben ; gymnastische Übun-gen, Genuß der Vergnügungen, und das Umhertreiben auf denMarktplätzen, beschränkte den kleinen Kreis der Beschäftigungender Bürger. Sollte man also wohl Unrecht haben, wenn manbehauptet, daß der Mangel an hinlänglichen Beschäftigungenein Grund der Unruhen und Zwistigkeiten war, wodurch Romund viele Staaten Griechenlands oft zerrüttet wurden, und de-ren nachtheilige Folgen die angesehensten Männer immer zu-erst treffen mußten?
Endlich können wir nicht umhin, die Bemerkung zu ma-chen, daß es beytzen, den Griechen und Römern, an Welt-bürgersinn mangelte. Denn bey allen großen und glänzendenThaten, die sie verrichteten, findet man doch keine Spurenvon Kosmopolitismus. Unmäßiger National-Stolz, und vielleichtauch häuslicher Despotismus, unterdrückten das Aufkeimen des-selben. Weiber und Kinder wurden fast als Sclaven gehalten,und die Erziehung hatte nicht sowohl den Zweck, den Menschenzum Menschen zu bilden, als vielmehr einen ausschließendenPatriotismus in ihm zu erwecken, der auf Verachtung ande-rer Nationen hinführte. Das Ziel, wornach ihr Tugendeiferstrebte, war im Ganzen nur Patriotismus; ihre Tugendenbezogen sich fast insgesammt auf den Staat, und nur ihre Mit-