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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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erklärtesten Feinden, zu beschließen. Aristides, als Menschundals Feldherr gleich berühmt, wurde durch den Ostracismus ver-trieben. Sokrates, der Lehrer der Weisheit und Tugend, mußteden Giftbecher leeren. P^ikles, ein Staatsmann, wie es derenwenige gab, verlor auf einige Zeit das Commando, und Pho-cion, dessen Tugend unter den Lastern seiner verderbten Zeit-genossen, gleich einem hell glänzenden Gestirn, durch das zerris-sene Gewölk hindurch strahlt, wurde auf öffentlichen Befehl hin-gerichtet. Eben so erfuhr auch Camillus in Rom den Undankseiner Mitbürger. Er hatte Veji und Falerii erobert, und wurdeverbannt. Früher als er, mar Cäso Quinctius, ein trefflicherJüngling voll Kraft und Feuer, der einst eine Stütze des rö-mischen Staates zu werden schien, gezwungen worden, sein Va-terland zu verlassen, weil er sich dem terenlillischen Vorschlägewidersetzte, und sein großer Vater, Quinctius Cincinnatus,mußte bey dieser Gelegenheit fast sein ganzes Vermögen auf-opfern. Scipio Africanus major, der Sieger bey Zama, einedler Mann, dergleichen Rom nur wenige hatte, wurde vonden Tribunen unbilliger Weise verklagt, mußte Rom verlassen,und seine übrigen Tage auf seinem Landgute zu Linternum ver-leben. Die beyden Gracchen, Männer, die es mit dem Staategut meinten, verloren wegen ihres demokratischen Eifers dasLeben; und Cicero, der die Republik lebhaft vertheidigte, alsRedner, Staatsmann und Gelehrter der Nachwelt noch merk-würdig bleibt, wurde durch dsn undankbaren Popilius, dem ereinst durch seine Beredsamkeit das Leben erhalten hatte, desseinigen beraubt.

Der nächste Grund dieser Erscheinung lag meines Bedün»kens in der republikanischen Verfassung der Staaten des Alter-lhums. Zwar können in allen Staatsverfaffungen Neid undEifersucht ihr Unwesen treiben; aber nirgends leichter, als inrepublikanischen Staaten, können diese Leidenschaften politischeFactionen, und diese Factionen den Undank des Staats gegenseine angesehensten Männer erzeugen. Denn bey den ungereim-testen Begriffen von Freyheic und Gleichheit entstehen oft Spal-