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würgt, und die Wohlthat ihrer Erscheinung war an dem ent-nervten Jahrhundert verloren*)."
Aber woher diese doppelte Erscheinung? Wie kam cs, daßbey den Griechen die schönste Blükhe der Aufklärung mit dempolitischen Flor verbunden und dagegen bey den Römern bey-des getrennt war?— Die Beantwortung dieser Fragen führtuns auf das zurück, was wir schon oben gesagt haben. DieEultur der Griechen war auf die Bedürfnisse ihres Geistesgebaut, die Eultur der Römer hingegen gründete sich auf Lu-xus. Feyerliche National-Feste und gemeinschaftliche Unterneh-mungen brachten frühzeitig die verschiedenen griechischen Stäm-me aneinander; daher ein Drängen und Reiben der Einzelnen,von denen keiner hinter dem andern zurück bleiben wollte. Aberein vorzüglich thätiger und lebhafter Geist, empfänglich füralles Schöne und Erhabene, gab den Atheniensern den Vor-zug. Mit offenen Armen nahmen sie die Künste auf, die vonder jonischen Küste zu ihnen herüber wandelten, und die gro-ßen Begebenheiten, die bald darauf in dem persischen Kriegeerfolgten, machten Seelenkräfte in ihnen rege. Jener edleStolz, der zu großen Thaten ruft, wurde geweckt; ein Ta-lent belebte das andere, und mit eben dem Muthe, mit demsie in dem persischen und den darauf folgenden Kriegen foch-ten , suchten sie auch das ganze Gebieth der Künste und Wis-senschaften zu umfassen. Je größer aber die Schritte waren,die sie zur Annäherung an dieses Ziel thaten, desto mehr ver-größerte sich in ihnen das Vertrauen auf ihre Kraft, ihre Liebezum Schönen, und die lebhafte Anstrengung, dasselbe wirk-lich zu erreichen. Diese Anstrengung bewahrte sie vor Erschlaf-fung, und ihr Studium der Künste mußte eben so wohlthatigauf die Kräfte des Staates zurück wirken, wie es durch dieseangeregt worden war. War es also ein Wunder, daß sich beyihnen wahre Aufklärung mit hem politischen Flor paarte?
Wie ganz anders erschienen uns dagegen die Römer!Während sie lange Jahrhunderte hindurch nur auf Eroberun-
") Schillers kleinere prosaische Schriften 1. Thl,