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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Der Beyfall,der ihnen gezollt wurde/ erweckte den Nach-eifer des Thucydides (geb. 470 vor Chr. Geb.)/des erstenPragmatikers unter den griechischen Geschichtschreibern/ derdie Begebenheiten seiner Zeit/den peloponnesischen Krieg / mitKraft und Würde darstellte. Um eben diese Zeit blühte nebendem Perikles/ dem gebildetsten Staatsmann der Alhenienser,der Philosoph Anapagoras / und der große Künstler Phidias;und noch wahrend des peloponnesischen Krieges schrieb Aristopha-nes / der von den Alten als ein Liebling der Grazien undvon uns als ein Sittenmahler seiner Zeit betrachtet wirdden größten Theil seiner Lustspiele. Nicht lange nachher zogendie Griechen dem jüngern Cyrus zu Hülfe/ und während sieEunoxa siegten/ leerte Sokrates den Giftbecher zu Athen(400 vor Chr. Geb.)/ und als sie dann unter dem AgesilauSden persischen Thron wankend machten/ blühte Plato / der dieSprache der Musen redete/ und Tenophon, der als Philo-soph/ Geschichtschreiber und Feldherr berühmt ist. Ja noch umdie Zeit der macedonischen Herrschaft lebte ein Aristoteles/De-mosthenes und Menander/ von denen sich der Erste um alleZweige der Philosophie, der Zweyte um die Würde der Be-redsamkeit, und der Dritte um die feinere Ausbildung desLustspiels unsterbliche Verdienste erwarb. So gingen also dieKünste und Wissenschaften mit dem politischen Flor der Grie-chen im schwesterlichen Bunde vereinigt, und jene sanken erst,als dieser vernichtet war.

Aber anders war es bey den Römern. Mit dem Aufblü-hen ihrer geistigen Cultur standen sie an der höchsten Stufeihres politischen Flors, und mit dem Anfänge des goldenenZeitalters ihrer Literatur war es um ihre republieanische Frey-heit geschehen, und das Innere ihres Staates zerrüttet, soherrlich auch das Äußere desselben noch prangte.Da Rom,"sagt Schiller,noch Scipionen und Fabier zeugte, fehltenihm die Weisen, die der Tugend das Ziel gezeigt hatten; alsseine Weisen blühten, hatte der Despotismus seine Opfer ge-