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ten. Den eigenen selbsttätigen Fleiß in den Künste,, vernach-lästigten sie fast gänzlich; nie haben sie einen großen Künstlererzogen, der nicht in Griechenland seine Bildung erhaltenhatte; nie haben sie etwas Eigentümliches in den Künstengeleistet.
Eine dritte Bemerkung, die sich an die vorige anreiht,bezieht sich auf das Mißverbältniß des politischen Flors zurgeistigen Cultur— ein Mißverhältniß, das man nicht in Grie-chenland, wohl aber in Rom findet.— Die schönste Zeit dergriechischen Cultur fällt in die Periode von dem Einfall derPerser bis zur macedonischen Herrschaft — in diejenige Pe-riode, in welcher die Griechen im Vollgenuß ihrer Kräfte, be-lebt von wahrem Patriotismus, gestärkt durch echte Energiedes Geistes, die glorreichsten Thaten verrichtet, die wichtigstenKriege geführt und den höchsten politischen Flor erreicht haben.In dieser Periode blühten neben den angesehensten Feldherrndie größten Künstler und Dichter, neben den berühmtestenMahlern die gepriesensten Philosophen und Redner. Zur Zeitder Schlacht bey Salamis (460 vor Ehr. Geb.) war Pindarvierzig Jahre alt, und „aus Salamis war es," wie ein geist-reicher Schriftsteller bemerkt, „wo es damahls der tragischenMuse, alle ihre drey Lieblinge in einer vorbildenden Grada-tion zu versammeln, beliebte. Der kühne Äschylus hals siegen;der blühende Sophokles tanzte um die Trophäen, und Euripi-des ward an eben dem Tage des Sieges auf eben der glücklichenInsel geboren*).
Kaum war darauf Griechenland durch den Themistokles,Aristides, Cimon, von den Persern gänzlich befreyt worden,so trat der Vater der griechischen Geschichte, Herodot, aus,und las bey der Feyer der olympischen Spiele seine Geschichts-bücher vor, die es schon wegen der ihnen eigenen Anmurh desVortrags verdienten, den Musen, deren Nahmen sie an sichtragen, geweiht zu werden.
*> üessings Laokoon.