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seine Cultur, durch seine Künste und Wissenschaften auf andereVölker behauptet. In dieser Hinsicht ist Griechenland Rom ebenso weit überlegen , als es in jener Hinsicht von Rom übertrof-fen wurde. „Die Griechen sagt ei» gelehrter Kenner des Al-terthums, „sind nicht blosi diejenige Nation, von welcher Auf-klärung über alle Theile der Erde in allen nachfolgenden Jahr-hunderten ausgegangen ist, sondern sie sind auch die einzige,die alles nur sich selbst, und keinem andern gelehrten Volkeetwas zu verdanken hatte*)."
Liegtauch in dem Ausdruck hier etwas Übertriebenes, soist die Behauptung selbst sehr wahr, daß die Griechen unterden Völkern des Alterthums das aufgeklärteste und gebildetstewaren, daß sie Aufklärung und Bildung überall, wohin siekamen, beförderten, daß sie als Besiegte die Lehrer ihrer Sie-ger wurden , und daß ihr hoher Schönheitssinn, und die herr-lichen Werke ihres Genie's noch jetzt bedeutenden Einfluß aufunsere eigene Bildung haben.
Um dieß meinen Lesern anschaulicher zu machen, wendeich mich jetzt zur Cultur beyder Nationen, so daß ich hier dasEigenthümliche derselben, wie vorher bey ihrer Geschichte, be-merkbar zu machen'suche.
2. Parallele zwischen der Cultur der Grieche»und Römer.
Die erste Bemerkung, die mir hier entgegen kommt, istdiese: die Römer waren nie so ungebildet, als die Griechenin der ersten Periode ihrer politischen Existenz; dagegen habensich jene auch nie zu dem hohen Grade von Bildung emporge-schwungen, den letztere erstiegen. Sieht man auf den ältestenZustand beyder Nationen, so verliert sich zwar die Beschrei-bung desselben hinter das Dunkel undeutlicher Mythen undfabelhafter Traditionen; aber selbst diese sprechen für diese Be-
*) Meiners Geschichte deS Ursprungs, Fortgangs und Verfallsder Wissenschaften in Griechenland und Rom. i.Thl.