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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Vater. Sagt ihr das, Mädchen? Wißt also, das Herzist immer dumm, wemi's ganz ohne Verstand ist, so klug essich dünke. Aber was habt ihr da Neues gemahlr? Was habendie Herzchen für schöne Thürchen bekommen? mir so feinenBändern und gar mit Blumen bekränzt! Nur das Schloß fehlt.

Töchter. Das wollen wir gleich hinzumahlen, und derSchlüssel hangt inwendig, daß mir aufschließen können, wemwir wollen. Wir wollen keinem aufschließen, Vater, als demGuten, dem Lieben, dem Schönen, nur bewahren Sie unsvor dem fatalen großen Verstandesthor.

Vater. Aber, Kinder, wie könnt ihr wissen, was gutund schön ist, wenn keine Pforte des Verstandes wäre? Wohl-an, ich weiß eine Auskunft. Alles, was zum ersten Mahlekommt, weiser ab, wenn es nicht de» Paßport vom Verständemitbringl. Kennt ihr eure Gäste schon lange, sind sie oft dagewesen und haben sich treu und redlich erwiesen: nun so könntihr ihnen, der Kürze wegen, das Thürchen auch unmittelbaröffnen.

Töchter. Also bleibt doch das Thürchen! Triumph!

Vater. Es bleibt. Nur als ein geheimes Pforrchen derVertraulichkeit und Freundschaft, was nicht immer offen stehen,was wohl bemacht werden muß, damit sich nicht Diebe undRäuber hinein stehlen. Der Verstand aber ist und bleibt dieHauplpforke.

Die Knaben hatte ihre Ehren- und Triumphpforte fertig.

Vacer. Eine schöne Pforte! Aber nun, sehet ihr nicht,was da fehlt?

Knaben. Nein, Vater.

Vater. Sehet ihr nicht, es ist und bleibt eine nackte,kahle Pforte? Wo wollt ihr di-Fremden hinein logiren, wenn'sauch die edelsten waren? In die Thorschreiberbude? Ihr sehtalso, ihr braucht das Herz, wie das Herz euch braucht. Derkalte Verstand ist nur Pforte, das Herz istWohnung.

Töchter. Triumph! Triumph! und unser Thürchen wirdgeöffnet. Im Herzen wohnt sich's so warm, so lieblich, nur