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über seine traurige Gestalt und über die Gäste in demselben;es peinigt, brennt sich, und möchte sich gern aufreiben, daßaus der Asche ein junger Phönix werde. Die Empfindungen,so dauernd sie seyn mögen, sind nicht holdselig.
Töchter. Aber, Vater, warum die böse Seite derSache? Es gibt auch gute Gäste, die mit ihrer erquickendenGegenwart erwärmen und belohnen.
Vater. Die, meine Töchter, scheuen nie das Licht, undärgern sich nicht an der Pforte des Verstandes. Sie lassen sichexaminiren, und der Verstand, weil er der ältere Bruder desHerzens ist, examinirt sie schnell und leicht; es sey denn, daßdas Herz oder der Fremde ihm Argwohn gebe. Also rathe icheuch, vor der Hand noch, euer Pförtchen zuzuthun, und dasHerz mit dem Verstände desto mehr in gutes Vernehmen zusehen. Laßt jenes sich gut aufsühren, und keine Winkelzügesuchen, damit dieser ihm den Zugang nicht erschwere.
„O Vater," riefen die Knaben, „daraus wird nichts. DasHerz ist eine Hexe, sobald es mit dem Verstände zu thun hat,und besticht ihn. ES will nicht Schwester, sondern immer Ge-liebte seyn. Es caressirt seinen eigenen Bruder, damit diesernur wieder ihre Liebhaber careffire, und so wird des Unfriedensund des Unfugs kein Ende."
Vater. Und was wollt ihr denn, Knaben? wollt ihrdas Herz gar hinaus werfen, nur damit es den Zugang zumVerstände nicht mehr habe? Herz muß Herz bleiben : denn esist der Menschheit so wesentlich, als der Verstand. Der Thor-schreiber ist der Stadt wegen da; nicht die Stadt des Thor-schreibers wegen. Laßt das Herz eine Zauberinn seyn, diegern verführen will; dagegen ist der Verstand, Verstand. Erhat die Augen im Kopfe, und hat Amt und Pflicht aus sich;er muß mit seiner Schwester nicht buhlen, sondern ihr Bestesbesorgen wollen. Und glaubt nicht, daß alle Herzen so cokettsind; es gibt auch einfältige gute Herzen, die sich gern vomVerstände leiten lassen, und ihn nicht betrügen mögen.
Töchter. Das sind meist ein bischen dumme Herzen, Vater.