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tausend heiße Thronen strömten versiegend in den Schnee; —er seufzte nur noch leise, trostlos und sinnlos: Komme nurwieder, Jugend, komme wieder!
Und sie kam wieder; denn er hatte nur in der Neu-jahrsnacht so fürchterlich geträumt. Er war noch einJüngling; nur seine Verirrungen waren keinTraum gewesen.
Aber er dankte Gott, daß er, noch jung, in den schmu-tzigen Gängen des Lasters umkehren, und sich auf die Son-nenbahn zurück begeben konnte, die ins reiche Land der Ern-ten leitet.
Kehre mit ihm, junger Leser, um, wenn du auf seinemIrrwege stehest! Dieser schreckende Traum wird künftig deinRichter werden; aber wenn du einst jammervoll rufen wür-dest: Komme wieder, schöne Jugend! --- so würde sie nichtwieder kommen.
Der große Kastanienbaum*).
Von Kotzebüe. .
Sultan Aladdin - Ben - Kaikosru, der im 610. Jahreder Hegira den Thron bestieg, hatte ein Unglück, das man-chen Fürsten trifft: er machte sich und Andern stets lange Weile.An seinem Hofe ging es so still und förmlich zu, wie bey einemchinesischen Gastmahl, niemand sprach, niemand lachte, jeder-mann gähnte; aber um des Wohlstandes willen nannte mandie lange Weile Schwermuth. Dennoch verglichen die Höflingeihren sauertöpfischen Sultan mit einem großen Kastanienbau-me, der vor seinem Pallaste stand; die starken Wurzeln be-deuteten seine Macht; die herrliche, in die Wolken strotzendeKrone seinen hohen Geist, und die Zweige, die, zur Erdehängend, ihre Früchte bothen, seine Wohlthätiakeit.
Das war nun Alles recht schön, und natürlich auch wahr,
*) Diese Erzählung erschien zuerst im Freymüthigen vom Jahriöo8. Nr. 4-