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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Ach, die Schlangen hingen um seine Brust und!die Gift-tropfen auf seiner Zunge, und er wußte nun, wo er war.

Sinnlos und mit unaussprechlichem Grame rief er zumHimmel hinauf: Gib mir die Jugend wieder! o Vater! stellemich auf den Scheideweg wieder, damit ich anders wähle.

Aber sein Vater und seine Jugend waren langst dahin.Er sah Irrlichter auf Sümpfen tanzen, und auf dem Gottes-acker erlöschen, und er sagte: Es sind meine thörichten Tage!Er sah einen Stern aus dem Himmel fliehen, und im Falleschimmern, und auf der Erde zerrinnen: Das bin ich, sagtesein blutendes Herz, und die Schlangenzähne der Reue gru-ben darin in den Wunden weiter.

Die lodernde Phantasie zeigte ihm fliehende Nachtwand-ler auf den Dächern, und die Windmühle hob drohend ihreArme zum Zerschlagen auf, und eine im leere» Todtenhausezurück gebliebene Larve nahm allmählig seine Züge an.

Mitten in den Krampf floß plötzlich die Musik für dasNeujahr vom Thurme hernieder, wie ferner Kirchengesang. Erwurde sanfter bewegt. Er schaute um den Horizont herum undüber die weite Erde, und er dachte an seine Jugendfreunde, dienun, glücklicher und besser als er, Lehrer der Erde, Väterglücklicher Kinder und gesegneter Menschen waren, und ersagte: O ich könnte auch, wie ihr, diese erste Nacht mit trocke-nen Augen verschlummern, wenn ich gewollt hätte. Ach, ichkönnte glücklich seyn, ihr lheuern Älter», wenn ich eure Neu-jahrswünsche und Lehren erfüllt hätte!

Im fieberhaften Erinnern an seine Jünglingszeit kam esihm vor, als richte sich die Larve mit seinen Zügen im Tod-kenhause auf*); endlich wurde sie durch den Aberglauben, derin der Neujahrsnacht Geister der Zukunft erblickt, zu einemlebendigen Jünglinge.

Er konnte es nicht mehr sehen; er verhüllte das Auge;

*) Er glaubt sich selbst als Todtengestqlt zu erblicken, und fin-det darin den Aufruf zum Grabe.