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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Bruchstücke aus der historischen und literari-schen Botanik (botanihuo kli8tori^ug et lilteraire) derFrau von Genlis *).

' Die Rose.

Diese Blume, welche von den Alten die Zierde der Pflan-zen genannt wurde, ist von solcher Schönheit, ihr Geruch soköstlich, daß man sie mit Recht zu einem allgemeinen Sinn-bilds machte. Die Rose ist das Symbol der verschiedensten undeinander entgegen gesetzter Empfindungen ; mit ihr schmückt dieFrömmigkeit ihre Tempel, Liebe und Freude bilden sie zu Kro-nen , der Schmerz entblättert sie auf Gräbern, die holde Schamwie die Keuschheit empfangen sie als den schönsten und ehrend-ste» Preis; sie ist die einzige im weiten Reich ihrer blühen-den Schwestern, welche die erhabensten so wie die sanftestenEmpfindungen der Seele versinnlicht eine Blume, so kind-lich frisch, daß nur die Jugend sie zum Schmucke wählen darf,während ein weniger beglücktes Alter, das mir sedem andernBlumensträuße sich schmücken kann, diese Dlumenköniginn aus-schließen muß.

Die Rose, durch Mythologie und heidnischen Cultus pro-fanirt, hatte früher die edlere Bestimmung, den Tempel deswahren Gottes zu schmücken. »Der Hohepriester war mir Rosengekrönt. Die Kirche hat in ihren erhabensten Eeremonien denGebrauch dieser Blume besonders erhalten, denn immer wirddie Rose Key feyerlichen Prvcefsionen vor dem Hochwürdigenentblättert. In dem Leben der heiligen Dorothea liest man,daß ein Engel sie mit einem Rosensträuße beschenkt habe, undnach dieser Sage wird diese Heilige von allen Künstlern miteinem solchen Strauße Largestellt.

Merkwürdig ist es, daß von allen diese Blume betreffen-den Dichtungen, die allerbekannteste, diejenige nähmlich, wcl-

*) Die Idee des Ganzen ist neu, die Einkleidung und der Vor,trag höchst gefällig und zart.