i5o
liere, Marketender, Mönche, Fakire, Bettler und Diebe,treiben hier ihr Wesen; jeder zwar nach seiner Art, aber Alledenselben Zweck vor Augen. Einige assorkiren die Perlen nachihrer Größe, vermittelst kupferner Platten, die Löcher vonverschiedenem Kaliber haben; Andere wiegen sie, um sie aufder Stelle zu verktmfen; noch Andere bohren sie. Dieß Letzteregeschieht nicht bey den birnförmigcn Perlen, die mehrentheilsals Ohrgehänge gefaßt werden, auch nicht bey den ganz kleinen,die zu Stickereyen gebraucht werden, sondern nur bey denje-nigen, die wegen ihrer Größe und runden Form würdig sind,auf Schnüre gereiht zu werden, um zu Hals- oder Armbän-dern zu dienen. Während des Bohrens werden die Perlen aufeinem Tisch in Löcher gedrückt, und zugleich beständig angeseuch.tet; es gehört keine geringe Geschicklichkeit dazu, diese kleineKugel genau durch ihre Mitte zu bohren. — Ehe die Mu-scheln geöffnet werden, müssen sie im Schatten bis zum Todedes Thieres liegen, welches etwa 24 Stunden erfordert.
Die Perlen werden entweder in den verschlossenen Mu-scheln, wie die Katze im Sack, verkauft, oder der Eigenthü-mer öffnet die Muscheln selbst. An dem ersten Handel könnensogar Bettler Theil nehmen, und dadurch plötzlich reich wer-den. Vor einigen Jahren kaufte ein armer Taglöhner in Cey-lon eine Muschel für etwa drey Kopeken *), und fand darindie größte Perle, die in diesem Jahre gefunden ward. Selbstdie Gruben, in denen die Muscheln geöffnet und ihrer Perlenberaubt sind, werden nachher verkauft, weil sich, aller Sorg-falt »»erachtet, doch manche Perle im Sande versteckt. Es gibtMuscheln, die an 200 Perlen enthalten; andere enthalten nureine oder gar keine. Perlen von der Größe einer Pistolenkugelsind in Ceylon nichts Ungewöhnliches.
*) Kleine russische Kupfermünzen, deren hundert auf einen Rubelgehen. Ihren Nahmen haben sie von dem darauf befindlichenDildniß des Ritters Sanct Georg mit dem Spieße (Kopie),