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geengte, beängstigte Brust stöhnte, und'keuchend drängte sichböser Athem hervor. Von Hitze dampfte der Kopf; Augen, Mundund Zunge rörheten sich, wie blutig, von Entzündung. Gräß-licher Schmerz folterte Eingeweide und Glieder. Dunkelrothund schwarzblau schwoll, mit Blasen und Geschwüren bedeckt,das Fleisch von den Knochen empor. Schlaflose, ununterbro-chene Fieberhitze mit gräßlichem Fieberdurst durchglühten Markund Gebein bis zum Wahnsinn, daß die Unglücklichen, nacktund bloß, zu Brunnen und Flüssen eilten, und sich in ihreFluthe» stürzten. Die Straßen waren mit Leichen bedeckt; abernicht einmahl Raubvogel und reißende Thiere berührten sie, sieflohen sogar das unglückliche Land — und wenn hier und daein Hund davon genoß, büßte er mit schnellem Tode.
Muth- und besinnungslos gemacht durch die Grüße desElends und der Gefahr, wagte man weder sich selbst, noch An-dern thatigen Beystand zu leisten, und so währte das Übel beyjedem, den es ergriff, neun Tage. Er starb in dieser Zeit —und pries sich glücklich; oder das Fieber endete — aber nichtsein Leiden; denn das Gift der Seuche verließ 'den einmahlergriffenen Leib nie wieder gänzlich, und das Leben konnte nurdurch Verstümmelung des Körpers oder durch Erblodung derSeele erkauft werden. Mancher Genesene konnte sein widrigesSchicksal nur durch den Verlust seiner Augen, Finger und an-derer Glieder versöhnen. Mancher sah sich seines Gedächtnissesberaubt, oderseinen Geist in die Nacht des Blödsinns versenkt,so, daß er selbst den besten-Freund nicht mehr zu erkennen ver-mochte.
Athen glich nun einem weiten Schlacht- und Leichenfelde;Elend und Entsetzen thronten auf den Hügeln gräßlich sterben-der oder scheintodter und unbegrabener Körper, womit Häuser,Tempel und Straßen angefüllt w-ren. So groß aber auch diephysische Verheerung dieser Seuche war, so zeigte sich doch diemoralische Verderbtheit, ihre Folge noch größer, und Eine Seu-che gebar die andere. Man hatte mit Schauder und Ingrimm dieBemerkung gemacht, daß der Beste wie der Böseste, derWei-