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Blick durchdringend. In seiner Miene lag so viel Güte, Be-scheidenheit und Wohlwollen, daß man ihn beym ersten An-blick lieb gewinnen nußke. Seine gewölbte Stirn und alleZüge seines Gesichtes verkündigten den Mann von Hellem Kopfund edlem Herzen. Das tiefe angestrengre Denken, dem Men-delssohn fast sein ganzes Leben von frühester Jugend an gewidmethatte, mußte seiner schwachen, unglücklich gebauten Maschinenothwendig verderblich werden. Dennoch hatte der vortrefflicheMann ohne merkliche Schwächung seiner Gesundheit fort ge-arbeitet, so lange seine Arbeit nur noch Speculation blieb.
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Es war unbegreiflich, wie die Nahrung, auf die er sicheinschränkte, einen menschlichen Körper erhalten konnte, undes war rührend, ihn seine Freunde mit der heitersten Miene zuSpeisen und Getränken einladen zu sehen, woran er selbst beyaller Lüsternheit nichts zu kosten wagte. Nur den geistigen Ge-nuß der Lectüre, und den noch reizenderen der eigenen Arbeitkonnte der Mann, der so ganz Geist war, in die Länge nichtmehr entbehren.
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Er war ein großer Freund von Gesellschaft. Am vergnüg-testen brachte er die Abende im Kreise seiner Familie, oder mitirgend einem Freunde, iw leichten und angenehmen Gesprächenüber gewöhnliche, sich täglich ereignende Vorfälle des Lebenszu. Auch erinnerte er sich dann gern an vergangene rührendeund angenehme Scenen aus seinem Leben, die ihn in sanfteEmpfindungen wiegten, mit denen er dann vergnügt einschlief.Dagegen verursachte ihm jeder Abendbesuch von Personen, dieihn zu einer Unterredung über philosophische Gegenstände no-thigten, seiner Schwäche wegen, eine schlaflose Nacht. DesMorgens war er im Hause am frühesten mach, gemeiniglich umvier oder fünf Uhr, und dachte, las oder schrieb bis acht oderneun Uhr, sodann ging er auf das Handlungs-Comptoir, wo erbis Mittag mir Gegenständen sich zu beschäftigen genothigt war,die natürlicher Weise von denen, in welche er sich den Mor-