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wir unsere Erhohlungsstunden zweckmäßig anwenden wollen.Leidenschaft war seine Spielsucht gewiß nicht. Man kann bloßsagen, daß er sich ohne rechten Spielgeist zuweilen in ein zuhohes Spiel einließ. Lessing war, so zu sagen, nicht ganzStockgelehrter; er besaß Biegsamkeit und Menschenkenntnißgenug, um auch in der bürgerlichen Welt eine Rolle zu spie-len, wenn er das gewollt hatte.
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Lessing affectirte weder einen Engel in menschlicher Ge-stalt, noch einen gelehrten Bravo, der sich über alle gesell-schaftliche Sitte» und Convenienz weg setzte. So wie sein gan-zes äußerliches Betragen bis auf die Kleidung nichts Hervor-stechendes, nichts Zurückstoßendes hatte, so war auch sein Geist.Man gewann ihn lieber, je länger man mit ihm umging.Selbst die, welche keine Gelehrte, noch witzige Kopfe waren,oder seyn wollten, fanden in ihm den verständigen und gut-müthig'en Mann; und viele, die ihn am dritten Orte zufälligkennen lernten, verwunderten sich daher, daß er Lessingsey. Denn die Sucht, bey allen Gelegenheiten zu glänzen,den Gelehrten auch da, wo es nicht nöthig war, hervor schim-mern zu lassen, war seine -Sache nicht. Er richtete sich gernnach jeder Gesellschaft, oder vermied diejenige ganz, worin erkeine Unterhaltung für sich vermuthete. Er drängte sich zunichts, noch weniger machte er sich kostbar, und ließ sich suchen.Er strebte nicht, Eitelkeit zu verbergen, sondern keine Eitel-keit zu haben. Er hatte keinen Stolz; er konnte auch'keinenvertragen. Er war leutselig, freundlich, gühig und dienstfertig,aber das alles auf eine männliche Weise , wenn gleich oft mitvieler Lustigkeit und Schalkheit.
2. Mendelssohn.
Er war von kleiner Statur, hager, verwachsen. SeineGesichtsfarbe war äußerst braun und kränklich ; sein Haar schwarzund kraus; seine Nase römisch groß. Den Mund hatte er im-mer, sanft lächelnd, etwas offen. Sein Auge war feurig, sein