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gen mit Mühe und Anstrengung hinein gedacht hatte/ sehr ver-schieden waren. Jndeß wußte sein Geist selbst aus dieser unan-genehm scheinenden Ablenkung von jenen erhabenen Gegen-ständen Nutzen zu ziehen; er sparte dadurch gleichsam seineDenkkraft/ um sie nachher mit desto größerem Nachdruck wirkenzu lassen. Den Nachmittag war er bis vier Uhr ebenfalls wie-der mit Handlungsangelegenheiten beschäftigt. Um diese Zeitaber fanden sich schon seine Freunde und Schüler in seiner Woh-nung ein / und so traf er/ wenn er nach Hause kam, gewöhn-lich eine große Gesellschaft, theilS Einheimischer, theilS Frem-der an, die seiner warteten, und mit denen er sich nunbis acht Uhr über verschiedene Materien unterhielt. Er hartedaS besondere Talent, daß er sich mit Jedem, er mochte Theo-log, Literator, Philosoph, Staatsmann, Kaufmann, Künst-ler u. s. w. seyn, über daS Fach desselben unterhalten konnte,als wenn eS sein eigenes und einziges gewesen wäre. Er sprach,wie einer seiner Freunde sich auSdrückte, so leicht und so deut-lich'über daS Daseyn Gottes, als über ein neues Muster zumSeidenstoff. Nie behauptete ev übrigens in seinen Gesprächenetwas als ganz gewiß, sondern alles, was er äußerte, warproblematisch „ich glaube," „man könnte sagen," „was haltenSie davon „wenn wir so sagen möchten." Man vermißte niein seinen Reden sein großes Vorbild, den Sokrates. Er hattevon 'Natur eine sehr starke Anlage zur Satyre, welche der Iro-nie des griechischen Weisen sehr nahe kam, und welche den,den er sie bey nöthiger Gelegenheit empfinden ließ, wie einscharfer Bienenstachel tief verwundete. Aber er war immer aufseiner Hut, so daß er manchen witzigen Einfall unterdrückte,um niemanden anstößig zu werden.
3. Kan t.
Kants Gemüth war von Natur zur Fröhlichkeit gestimmt.Er sah die Welt mit heiterm Blicke an, faßte ihre erfreulicheAußenseite auf, und trug gegenseitig seinen Frohsinn auf dieAußendinge über. Daher war er gewöhnlich zur Freude aufge-