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Officier des Prinz Heinrich'schen Regiments in demselben tät-lich verwundet worden sey. Der Secretär merkte sich den bra-ven Mann / ging von der Tafel zu dem Verwundeten, undfand ihn todtenbleich in den traurigsten Umständen; die ver-wundete rechte Hand lag verbunden auf dem Bette. Er warLieutenant, sein Nähme war Edwald Christian vonKleist. Der Kranke klagte über lange Weile. „Sind Siekein Freund vom Lesen?" — „Es fehlt mir an Büchern!" —Der Secretär brachte ihm Bücher, und weil die vorgeschriebeneLage im Bette das Lesen erschwerte, so las er dem verwunde-ten Kranken aus den Büchern vor. Gleim merkte, daß derkranke Kriegsmann die Sprache der Musen leiden konnte, ver-rieth sich ihm als den Verfasser des Versuchs in scherz-haften Liedern, und las ihm eines dieser Lieder vor:
An den Tod.
Tod, kannst du dich auch verlieben?
Warum hohlst du denn mein Mädchen?
Kannst du nicht die Mutter hohlen?
Sieh, die Mutter sieht dir ähnlich!
Frische, rosenrothe Wangen,
Die mein Kuß so schön gefärbet,
Blühen nicht für blasse Knochen!
Tod! was willst du mit dem Mädchen?
Mit den Zähnen ohne LippenKannst du es ja doch nicht küssen! —
Das kleine scherzhafte Lied erhielt dem lieben Kranken dasLeben; denn er lachte laut auf, zog die verwundete Handnach sich, und die Pulsader sprang auf. Gleim sprang dieTreppe hinab, den Wundarzt zu hohlen. Der Wundarzt kam,und erklärte, dieses Aufspringen der Pulsader sey ein großesGlück, denn es fänden sich Spuren vom kalten Brande. Mit-tel dagegen wurden sogleich angewendet; der Wundarzt rühmtescherzend die Wirkung der Poesie. Gleim jubilirte; der Krankegelobte, nun auch ein Dichter zu werden, ward gesund, undscherzhafte Lieder waren die ersten Versuche, die sein Gelübde