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nicht geschrieben hast. Dn kannst mich durch ein Mittel wiedergut machen, nähmlich, wenn du mir wenigstens nunmehr oftund recht viel schreibest. Dieses will ich allein für eine wahreEntschuldigung gelten lasten; die übrigen nehme ich nicht an.Ich war nicht in Rom; ich hatte viel zu thun;das werde ich gar nicht anhören: und ich >var krank, daswolle der Himmel nicht! Ich, mein lieber Paulin, lebe aufdem Lande, und ergehe mich zuweilen durch Studiren, zuwei-len auch durch Müßiggang. Beydes habe ich der Ruhe von öf-fentlichen Geschäften zu danken. Lebe wohl!
8. Plinius an Hispulla.
Da du ein Muster der Zärtlichkeit gegen Verwandte bist,und deinen vortrefflichen Bruder eben so geliebt hast, als erdich liebte; da du seine Tochter wie deine ansiehst, und ihrnicht nur die Zuneignung einer Tante, sondern die zärtlicheLiebe ihres verstorbenen Vaters beweisest: so zweifle ich nicht,daß es dir die größte Freude machen werde, wenn du hörest,daß sie sich ihres Vaters, ihres Großvaters, und deiner wür-dig zeigt.
Sie hat ausnehmenden Verstand; sie ist eine vortrefflicheHaushälterin»; sie liebt mich zärtlich; ein sicheres Zeichen ih-rer Keuschheit! Hierzu kommt ihre Neigung zu den schönenWissenschaften, eine Folge ihrer Liebe zu mir. Sie besitzt meineSchriften, liest sie beständig, und lernt sie sogar auswendig.Wie ängstlich ist ihre Sorge, wenn ich vor Gericht reden soll,wie groß ihre Freude, wenn es vorbey ist! Sie bestellt Leute,die ihr melden, welchen Beyfall, welches Zurufen ich erregte,welchen Ausgang meine Sache gewann. Wenn ich manchmahletwas öffentlich vorlese, so sitzt sie in der Nähe, hinter einemVorhänge, und hört mein Lob mit den begierigsten Ohren an.Meine Verse singt und spielt sie auf der Zither, ohne eine an-dere Anweisung, als die Liebe, welche die beste Lehrerinn ist.
Hieraus schöpfe ich die zuversichtliche Hoffnung, daß un-sere Einigkeit beständig seyn, und täglich zunehmen werde;