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diejenigen, welche von einem Plane zum andern überspringen,oder nicht einmahl überspringen, sondern vom Zufall hinüber ge-worfen werden, wie können sie, selbst unbestimmt und schwebend,irgend etwas Festes und Bleibendes haben? Es gibt, die plan-mäßig sich und ihre Angelegenheiten einrichten; die übrigen gehennicht, sondern treiben gleich Dingen, die auf Flüssen schwimmen.Einiges davon hält eine schwächere Welle an und trägt es leiseweiter; Anderes reißt eine gewaltsamere dahin; Einiges setztder matte Strom an das nächste Ufer ab; Anderes wirft derFluthen Ungestüm ins Meer hinaus. Daher müssen wir festse-tzen, was wir wollen, und dabey beharren.
Und hier ist denn der Ort, meine Schuld zu bezahlen.Ich kann dir nähmlich einen Ausspruch deines Epikurs zurückgeben, und diesen Brief lösen.— „Es ist sehr lästig, das Le-ben immer anzufangen." — Oder, wenn der Sinn folgenderMaßen besser ausgedrückt werden kann: „Die leben übel, wel-che immer zu leben anfangen."— Warum? sagst du, denndieser Ausspruch bedarf einer Erklärung. Weil ihnen das Lebenimmer unvollendet bleibt. Der aber kann nicht zum Tode be-reit stehen, der so eben zum leben anfängt. Wir müssen es da-hin bringen, daß wir genug gelebt haben; das glaubt aberniemand, der kaum das Leben beginnt. Glaube nicht, derenseyen wenige! Fast alle thun es. Manche fangen dann zu le-ben an, wann sie aufhören sollen. Nimmt dich das Wunder?—Ich werde etwas hinzusetzen, das dich noch mehr wunderndürfte: Manche haben zu leben früher aufgehört, als ange-fangen.
7. Plinius an Val. Paulinus.
Ich bin böse, ohne recht zu wissen, ob ich's seyn soll, abergenug, ich bin böse. Du weißt, daß die Liebe zuweilen unbil-lig, oft ausschweifend, und allzeit bey Kleinigkeiten empfindlichist. Doch meine Ursache ist groß genug; nur weiß ich nicht, obsie billig ist. Indessen thue ich, als ob sie nicht weniger billig,als groß wäre , und bin sehr böse auf dich, daß du mir so lange