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mein gegenwärtiges Unglück auf immer entschieden, o dann,mein theures Leben, habe ich keinen andern Wunsch mehr, alsdich noch einmahl zu sehen, und in deinen Armen zu sterben,da uns weder Götter noch Menschen,— jene, die du so ge-wissenhaft verehrtest, dir, — diese, denen ich gedient habe,mir — Dank für unsere Dienste wissen.
Ich habe mich zu Brundusium dreyzehn Tage bey M. L.Flaccus aufgehalten, der mit seltenem Edelmuthe sein Vermö-ge» und sein Leben selbst für meine Erhaltung wagte, und sichdurch die Drohungen des ungerechtesten Gesetzes nicht ab-schrecken ließ, den Pflichten des Gastrechts und der Freund-schaft Genüge zu leisten. Möchte doch die Zeit kommen, daich ihm erwiedern könnte, was er für mich gethan hat! Ver-gessen werd' ich gewiß nie, wie viel ich ihm schuldig bin.
Von Brundusium bin ich am 2 N April abgereist, um michdurch Macedonien nach Cyzicum zu begeben.— O ich unglücklicher,tiefgebeugter Mann! Wie kann ich dich bitten, daß du mirfolgest? Eine kummervolle, an Leib und Gemüthe leidendeund geschwächte Frau! Und doch, dich nicht zu bitten! Ohnedich zu leben , wie kann ichs?— Laß mich dir einen Vorschlagthun. Wenn irgend eine Hoffnung zu meiner Wiederkunft vor-handen ist, so bleibst du, um sie zu unterhalten, und der Sachebeförderlich zu seyn. Ist aber (wie ich fürchte) alles vorbey, sosuche ich es auf jede Weise möglich zu machen, daß du zu mirkommest. Ich sage dir weiter nichts, als dieß Einzige: wennich dich bey mir haben werde, so werde ich mich nicht für ganz ver-loren halten.
Aber was soll aus meiner armen Tully werden? Dießmüßt ihr selbst sehen; ich weiß keinen Rath. Nur dieß weißich: wie es auch gehen mag, die Arme wird ihrer Ehre undihres guten Rufes wegen zurück bleiben müssen. Und was fangenwir mit meinem Cicero an? O ! der muß künftig gar nicht ausmeinem Busen und aus meinen Armen kommen! — Ich kannnicht fortschreiben — das Herz will mir bersten.
Wie es dir ergeht, meine Liebe, ob du noch etwas ge-