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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Einen Bund Stroh aufzuheben, muß man keine Maschinenin Bewegung setzen; was ich mit dem Fuß umstoßen kann, mußich nicht mir einer Mige sprengen wollen; ich muß keinen Schei-kerhaufen anzünden, um eine Mücke zu verbrennen.

Verschiedene französische Tragödien sind sehr seine, sehrunterrichtende Werke, die ich alles Lobes werth halte; nur, daßes keine Tragödien sind. Die Verfasser derselben konnten nichtanders, als sehr gute Köpfe seyn; sie verdienen, zum Lhcil,unter den Dichtern keinen geringen Rang; nur, daß sie keinetragischen Dichter sind; nur daß ihr Corneille und Racine, ihrCrebillon und Voltaire von dem wenig oder gar nichts haben,was den Sophokles zum Sophokles, den Euripides zum Euri-pides, den Shakespeare zum Shakespeare macht.

Selten genesen wir eher von der verächtlichen Nachahmunggewisser französischer Muster, als bis der Franzose selbst dieseMuster zu verwerfen ansängt. Aber oft auch dann noch nicht.

' G a r v e.

Viel des Guten hat die Gesellschaft; Weisheit spendetdie Einsamkeit.

Die erste und gewöhnlichste Ursache, warum Leute, dieviel in Gesellschaft lebe», weit weniger dadurch unterrichtetund weise werden, als sich bey einem so reichen Stoffe, densie zu Beobachtungen über den wichtigsten Theil der Schöpfung,den Menschen, haben, erwarten ließe, ist, daß sie nicht ver-stehen , aufmerksam zu seyn.

Der Jüngling wird in der Gesellschaft leicht berauscht,und zu einer Vergessenheit seiner selbst und aller ernsthaftenGegenstände gebracht; und dieser Zustand, der ihm anfangsvielleicht lästig war, fängt nach und nach an, ihm zu gefal-len, und wird zuletzt von ihm als der Zweck angesehen, warumer in Gesellschaft geht.

Wer gar nicht bey sich selbst wohnen kann, und sich un-glücklich fühlt, sobald er allein ist, wird gewiß viele seiner