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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Manche Leute behaupten eine philosophische Unparreylich-keit über gewisse Dinge, weil sie nichts davon verstehen.

Es gibt gewisse Leute, die nicht eher Horen, als bis manihnen dis Ohren abschueidet.

Es wäre vielleicht gut, wenn Redner sich einen hohenAbsatz am Schuh machen ließen, um im Fall der Noth sich auseinmahl viel großer zu machen. Diese Figur müßte, zur rech-ten Zeit gebraucht, von unglaublicher Wirkung seyn.

Viele Menschen, die nur die Formen der Philosophiehaben, gleichen einem Gebäude mit gemahlten Fenstern; manglaubt Wunder, was sie sür Licht hätten, sie sind aber dessenungeachtet sehr dunkel; oder gegen Ein Fenster, das ein BischenLicht ins Haus bringt, sind allemahl zehn gemahlte.

Der einzige Fehler, den die recht guten Schriften haben,ist der, daß sie gewöhnlich die Ursache von sehr vielen schlechtenoder mittelmäßigen sind.

Es gibt wirklich viele Menschen, die bloß lesen, damit sienicht denken dürfen.

Wie glücklich würde Mancher leben, wenn er sich umandrer Leute Sachen so wenig bekümmerte als um seine eigenen!

Es ist eine goldne Regel, daß man die Menschen nicht nachihren Meinungen beurtheilen müsse, sondern nach dem, wasdiese Meinungen aus ihnen machen.

Man kann die Fehler eines großen Mannes tadeln, aberman muß nur nicht den Mann deßwegen tadeln.

Wenn man ein altes Wort gebraucht, so geht es oft indem Canal nach dem Verstände, den das A-B-C-Buch ge-graben hat; eine Metapher hingegen macht sich einen neuen,und schlägt oft gerade durch.

Lesen heißt borgen, daraus erfinden, abtragen.

Mit wenigen Worten viel sagen heißt nicht,erst einen Aufsatz machen, und dann die Perioden abkürzen;sondern vielmehr die Sache erst überdenken , und aus dem Über-dachten das Beste so sagen, daß der vernünftige Leser wohlmerkt, was man weggelaffen hat. Eigentlich heißt es, mitPhilosoph. Abthcil. VI. Band. ^