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Schiller.
In der ganzen Geschichte des Menschen ist kein Capitelunterrichtender für Herz und Geist, als die Annalen seinerVerirrungen.
Wo der- natürliche Lauf der Dinge zu einem vollkommnenErklärungsgrunde hinreicht, da gilt die Maxime, die Würde dermenschlichen Natur durch keine moralische Beschuldigung zuentehren.
Wenn jeder Mensch alle Menschen liebte, so besäße jederEinzelne die Welt.
Ein Geist, der sich allein lebt, ist ein schwimmenderAtom im unermeßlichen leeren Raume.
Verzeihung ist das Wiedersinden eines veräußertenEige^ithums; Men scheu haß ein verlängerter Selbstmord;Egoismus die höchste Armuth eines erschaffenen Wesens.
Wer etwas Großes leisten will, muß tief eindringen,scharf unterscheiden, vielseitig verbinden, und standhaft beharren.
In dem äußern Strome der Folgen der Handlung hat derMensch nichts zu sagen ; ihm gehört nichts, als seine eigne Seele.
Strenge gegen sich selbst, mit Weichheit gegen Andereverbunden, macht den wahren vortrefflichen Charakter aus.Weich gegen sich und streng gegen Andere, ist der verächtlichsteCharakter.
Man muß einen Fehler mit Anmuth rügen und mitWürde bekennen.
Größe für sich allein kann wohl Bewunderung und Schre-cken, aber nur die legale Größe Ehrfurcht und Unterwerfung er-zwingen.
Lichtenberg *).
Andere lachen zu machen, ist keine schwere Kunst, so langes Einem gleich gilt, ob es über unfern Witz ist, oder über unsselbst.
*) S. dessen witzige und launige Schriften. 5 Bande.