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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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die Zukunft, und berauben uns des Gefühls und der Schä-tzung dessen, was ist, um uns mit dem spielen zu lassen, wasseyn wird, selbst mit dem, was seyn wird, wenn wir nichtmehr sind.

Wenn die Lüge, wie die Wahrheit, nur Ein Gesicht hätte,,so wären wir besser daran: denn alsdan nähmen wir das Ge-gentheil von dem, was der Lügner sagte, für Gewißheit; aberdie Kehrseite der Wahrheit hat der Figuren Hunderltausende,und ist ein Feld ohne Gränzen.

Wenn es nicht frey und frisch fortgeht, so geht's schlechtoder gar nicht.

Wozu man einmahl tüchtig ist, dazu ist man immer tüch-tig , es sey denn aus wahrer Schwachheit.

Die Unerschrockenheit zeigt sich, wenn es die Noth erfor-dert, ebenso gut und prächtig im Kittel, wie im Harnisch undim Helme; im Cabinele wie im Feldlager; mit niederhängen-dem so gut, als mit aufgehobenem Arme.

Wir sollten uns erkundigen, welches der nützlichste Ge-lehrte, nicht, wer der größte sey. Wir arbeiten nur darauf,das Gedächtniß voll zu propfen, und lassen Verstand und Ge-wissen leer. Gerade wie die Vögel zuweilen ausfliegen, Körneraufznpicken, und sie im Schnabel halten, ohne sie zu kosten,um damit ihre Jungen zu ätzen : so plündern Pedanten die Wis-senschaften aus Büchern, fassen sie aber nur auf den Randder Lippen, um sie wieder auszuspeien und dem Winde zu über-geben.

Fürst von Ligne.

Man muß vielleicht nicht immer Recht haben, um zu ge-fallen; es gibt eine Art, Unrecht zu haben, die einen günstigenEindruck macht.

Ist man in der Mitte der Seinigen wahrhaft liebenswür-dig, so kann man auch leicht bey Andern so erscheinen. Ichhabe von denen keine gute Meinung, die in ihrer Familie nicht