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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Der artige Mann weicht dem Beyfalle aus, den manihm zu geben bereit ist, und setzt lieber mit Feinheit die Vor-züge Anderer in's Licht.

Die Bescheidenheit ist eine Art von Firniß, welcheunsere natürlichen Talente hebt und ihnen Glanz gibt; Ver-dienst, mit Anspruchlosigkeit verbunden, macht um so mehrEindruck. Im Gegentheil werden Menschen, auch von noch sogroßen Vorzügen, widrig, wenn sie sich zu viel darauf einzu-bilden scheinen.

Wenn Menschen es über sich gewinnen konnten, daß siesich nicht in fremde Angelegenheiten mischten, und nicht über dieFehler Anderer sprächen, so würden sie sich manche Kränkung er-sparen,und nicht in so viele verdrießliche Händel verwickelt werden.

Er ist unmöglich, gewissen Unfällen, welche sich oft ge-nug zutragen, auszuweichen: wenn man indessen Mäßigungbesitzt, so kann man auch in ungünstigen Lagen eines Gradesvon Glück genießen.

Ein witziger Einfall schlägt oft tödtliche Wunden, undbringt uns in den Verdacht gefährlicher und indiscreter Menschen.

Übertriebene Lobeserhebungen sind oft eher Vorwürfe fürdiejenigen, denen man sie macht, als daß sie ihnen zur Ehregereichen sollte».

Die Kaltblütigkeit, welche wir demjenigen entgegen setzen,der uns unhöflich begegnet, ist wirksamer, als die bittersteAntwort.

Ein unbeschäftigter Geist gebiert viele Chimären, undsucht sich dadurch für die Leere eines thatlosen und langweiligenLebens zu trösten. Aber das Gegenmittel ist oft schlimmer alsdas Mittel selbst.

Montaigne *).

Wir sind niemahls bey uns selbst daheim, sondern immerauswärts. Furcht, Verlangen, Hoffnung, treiben uns auf

Und: Maximen für den gesellige» Umgang, nach Bellegarde,

von eben demselben bearbeitet.

*) Überseht von Bode.