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und die Redgierde steht Hey denjenigen, welche einmahl da-von ergriffen sind, nie da stille, wo ste eigentlich wollten *).
Die Erziehung einer Nation besteht nicht allein in wiffen-schaftlicher Bildung; das gemeine Beste erfordert außer diesernoch gute Sitten und vorzüglich eine» richtigen Begriff dergeheiligten Worte Religion, Tugend und Ehre. Pflichtgefühlund Vaterlandsliebe sind der Jugend wenigstens gleich nützlich,wo nicht noch nützlicher, als die Kategorien des Aristotelesund die Verse Homers **).
Niemand kann an den großen Vortheilen zweifeln, welchedie Redekunst hervorbringt. Sie erstreckt sich über alles, wasauf das allgemeine Beste und die öffentliche Ruhe Bezug hat,und ist als Ausbildungsmittel der Muttersprache von außeror-dentlicher politischer Wichtigkeit. Die Reinheit einer Spracheund die Schönheit ihres Ausdrucks beruht in der Kunst, HelleGedanken in bestimmten kraftvollen und keiner zweydeutigenAuslegung fähigen Worten so auszudrücken, daß die Idee mitder nähmlichen Klarheit und Richtigkeit, mit der sie gedachtwurde, dargestellt ist. Wird auf diesem Wege der echte Ver-stand und bestimmte Wortlaut der Ausdrücke einmahl festge-setzt und bekräftiget: so werden die Unterhandlungen, Ver-träge und Gesetze nicht mehr jener Dunkelheit und jenen schwan-kenden und willkührlichen Auslegungen ausgesetzt seyn, welcheoft in Erklärung der Worte den wahren Sinn entstellt undunendliche Verlegenheiten erzeugt haben ***).
Bellegarde ****).
Der eigensinnigste Mensch muß doch endlich den lieben,der ihn mit ausdauernder Schonung behandelt.
*) Uouis XIV. I. c. p. LiZ.
") Kustsve III. Lollectioris <Ie» ecritz. 'I'. i.
***) Uustave III. I. c. So dachte und schrieb einer der geistvollstenRegenten über die Wichtigkeit und den Nutzen der Redekunst!
***') Betrachtungen über die feine Lebensart, nach dem Franzö-sischen des Abt Bellegarde bearbeitet von C. H. Hepdenreich.