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und besten, sondern gegen alle und jede. Denn in Absicht des-sen, was Andere von uns urtheilen, gleichgültig seyn, dasist nicht bloß Eigendünkel, es ist wahre Schamlosigkeit.
So wie jeder seine Sprache rein schreiben und redensollte, ohne sich durch Einmischung fremder Wörter lächerlichzu machen; eben so sollten wir auch in unfern Handlungen,und in unserm Betragen überhaupt jede Mißhelligkeit zu ver-meiden trachten.
Es ist vornehmlich der Nutzen anderer Menschen, zuwelchem die Freunde der Gelehrsamkeit und der Erkenntnißmit ihren Einsichten und Talenten wuchern. In so fern ist dieGabe eines guten Ausdruckes, verbunden mit richtigen Einsich-ten, mehr werth, als der größte Scharfsinn ohne Beredsam-keit : denn das Denken treibt in seinem eigenen Kreise her-um, da hingegen die Beredsamkeit auf das Wohl der Gesell-schaft Einfluß hat. Und so wie die Bienen sich nicht in Schwär-me vereinigen, um sich Zellen zu bauen, sondern im Gegen-theil die Zellen bauen, weil sie von Natur gesellig sind: ebenso verhält es sich mir den Menschen. Eben dieser Trieb des ge-selligen Lebens, der Key ihnen noch stärker ist, spannt ihrenVerstand und ihre Kräfte zur Thätigkeit.
Seneca *).
Wenn Alles, was das Maß überschreitet, schädlich ist: soist das Übermaß des Glückes am gefährlichsten. Es verdreht dasGehirn, erweckt leere Bilder in der Seele, und streut mittenunter das Wahre und Falsche tiefes Dunkel. Sollte es nichtbesser seyn, beständiges Unglück, welches zur Tugend auffor-derl, zu ertragen, als durch unendliches und übermäßiges Guteverderbt werden?
Kein Baum ist fest und stark, wenn nicht häufige Wind-stöße auf ihn stoßen; denn gerade durch das Rütteln schmiegter sich fester am Boden, und schlägt um so sicherer Wurzeln
. *) Übersetzt von Schilke.
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