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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Zerbrechlich sind dagegen die, welche in einem stillen sonnigenThale aufwachsen.

Das äußerste Übel ist das, aus der Zahl der Lebendigenhinweg zu gehe», ehe man stirbt.

Für's erste muß man sich selbst prüfen; sodann die Ge-schäfte, die man unternimmt; endlich diejenigen, um derent-willen , oder mit welchen man etwas zu thun hat.

Vor allen Dingen muß man sich selbst gehörig schätzenlernen, weil man sich fast immer mehr zutraut, als man vermag.

Der Anfang der Krankheit ist Vermischung des Gesundenmit dem Ungesunden.

An die Stelle des Besten tritt der am mindesten Feh-lerhafte.

Fehler kriechen umher, und springen jeden an, welcherder Nächste ist, und schaden durch ihre Berührung.

Nichts ist so bitter, worin ein zufriedenes Gemüth nichtTrost finde» sollre. Kleine Bezirke bothen oft vielfachen Nu-tzen durch die Kunst des Eintheilenden, und die Anordnungmachte den freylich engen Platz bewohnbar. Gebrauche deineVernunft in mißlichen Umständen! Das Harte kann erweicht,das Pressende erweitert werden, und das Schwere drückt die-jenigen weniger, die es geschickt tragen.

Alle Frevelthaten sind schon vor der Ausführung vollen-det, sobald sich hinlängliche Schuld findet.

Werner *).

Aufrichtige, redliche Pflichterfüllung lohnt sich immerselbst, die Folgen mögen seyn, welche sie wollen. Jede edleSeele genießt eine innere Beruhigung, ihrem eigenen Tugend-Gefühle Genüge geleistet zu haben. Alle Tugenden finden denhöchsten Genuß in ihrer Ausübung, und ein vom Erfolge ganzunabhängiges Glück. Das Schicksal mag die bezweckte Absicht

*) Werners Regenten - Maximen, aus den Schriften Lud-wigs XIV. von Frankreich, Friedrichs II. von Preußen undGustavs III. von Schweden gezogen.