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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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als der immerwahrende Gedanke in unserm Leben: es sey nichts,was unS nicht begegnen könne.

Was unterliegst und weichest du dem Schicksale, das dichzwar vielleicht angreifen und beunruhigen, aber dir dennochdeine Kräfte nicht nehmen kann? Große Kraft liegt in denTugenden. Wecke sie auf, wenn sie vielleicht schlafen; gleichwird dir zuerst die Standhaftigkeit zur Seite seyn und dichzwingen, so viel Mulh zu fassen, daß du Alles, was einemMenschen begegnen kann, verachtest und für nichts hältst. Eswird die Mäßigkeit dir beystehen, und dir nicht gestatten, et-was Schändliches oder Boshaftes zu thun. Auch die Gerech-tigkeit wird dir nicht erlauben, so etwas zu thun. Was wirstdu aber der Klugheit antworten, wenn sie spricht, die Tugendsey sich selbst genug, sowohl um gut, als auch um glücklich zuleben?

Unter allen möglichen Verbindungen werden wir keineentdecken, welche uns wichtiger oder heiliger wäre, als jene,worin wir mit dem Staate stehen. Theuer sind uns Älter»,theuer sind uns Kinder, Verwandte und Freunde. Aber jedeuns theure Beziehung mit jedem und allem umfaßt zuletzt dasVaterland. Und welcher rechtschaffene Mann konnte sich dennbedenken, für das Vaterland zu sterben, wenn er ihm durchseinen Tod nützen würde?

Der wahre, und mit Weisheit gepaarte Edelmuth suchtdie Ehre, nach welcher er strebt, nicht im Rufe, und willlieber den Vorzug haben als zu haben scheinen.

Den großen Mann kleidet nichts schöner als Versöhnlichkeitund Sanftmuth.

Wir sind nur zu geneigt, jedes Lob, das uns ertheiltwird, für verdient zu halten. Dieß aber ist die Quelle unzäh-liger Fehltritte, indem man, von einer eitlen Einbildung sei-nes Werthes aufgeblasen. Andern zum Gespötts wird, undsich selbst auf eine häßliche Weise täuscht.

Es ist billig, daß wir gegen andere Menschen eine ge-wisse Achtung äußern, und zwar nicht nur gegen die edelsten