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Marc Aurel *).
Welch ein lächerlicher Fremdling, der irgend ein Ereig-niß in seinem Leben anstaunt!
Welche Macht hat der Mensch? Nichts zu thun, als wasdieWottheit selbst billigen würde; und alles aufzunehmen, wasdie Gottheit ihm zutheilt!
Gewöhne dich auch an solche Handlungen, an deren Aus-führbarkeit du verzweifelst. Hält ja doch die linke Hand, dieaus Mangel an Gewohnheit zu andern Dingen ungeschickt ist,den Zügel mit stärkerer Kraft, als die rechte. Denn hieran hatsie sich gewohnt.
Arbeite, nicht, als ob du unglücklich wärest, und eben so we-nig, um Mitleid oder Bewunderung zu erlangen! Dein Willegehe nur auf dieß Eine: deine Kraft zu äußern oder zurück zuhalten, wie das Gemeinwesen es erfordert!
Mit Bescheidenheit angenommen, mit Gleichmüthigkeitaufgeopfert!
Nie verwirre dich die Vorstellung deines ganzen Lebens!Fasse nie auf einmahl alle die Leiden in Gedanken zusammen,die dich vielleicht noch treffen mochten, sondern frage dich beyjedem gegenwärtigen Vorfälle: „Was ist darin so Unerträgli-ches, so Niederdrückendes?"— Denn du wirst dich schämen, dießzuzugestehen. Erinnere dich ferner, daß weder das Zukünftige,noch das Vergangene dich drückt, sondern nur immer das Ge-genwärtige. Dieß aber wird vermindert, wenn du es ganz fürsich absonderst, und deine Seele züchtigest, daß sie nicht ein-mahl dieß allein muthig ertragen kann.
Das Leben hat mit der Fechtkunst mehr Ähnlichkeit, alsmit der Tanzkunst; denn man muß auch auf unerwartete An-fälle gefaßt seyn, und unerschütterlich fest stehen.
Bald — und du hast Alles vergessen. Bald — und Alleshat dein vergessen!
*) M. Aur. Antonius Unterhaltungen mjt sich selbst; überseht von
Schulz.