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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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Bey der falschen Scham kommt noch dieses hinzu, das,sie sich, wenn sie dem Rauch der Schande entfliehen will, i»das Feuer selbst hinein stürzt. Wer sich scheut, den unbilligenForderungen eines Andern zu widersprechen, wird hernach durchgerechte Vorwürfe beschämt, und wer einen geringen Tadelfürchtet, muß oft eine offenbare Schande erdulden.

Epiktet *).

Schwierige Umstände sind es, die den Mann zeigen.

Welches Hülfsmittel läßt sich denn wohl gegen eine Ge-wohnheit finden? Eine andere Gewohnheit.

Hierin besteht der wirkliche Verlust für die Menschen ; hierinihre Besiegung und Zerstörung, wenn die richtigen Grundsätzeumgestoßen, wenn diese verdorben werden.

Dieses Gesetz hat Gott gegeben und gesagt:Wenn duein Gut wünschest, so suche es bey dir!"

Wenn du zu einem Mächtigen hinein gehst, so erinnere dich,daß auch ein Anderer von oben herab das sieht, was hier vorsich geht, und daß du diesem mehr gefallen sollst als jenem!

Nicht der Tod oder Schmerz ist furchtbar, sondern dieFurcht vor Schmerz oder Tod.

Erinnere dich nur des allgemeinen Satzes, und du wirstum besondere Vorschriften nicht in Verlegenheit seyn! Was istdas erste Geschäft des Philosophen? Den Wahn fahren zu las-sen; denn es ist unmöglich, daß jemand anfange, das zu ler-nen , was er zu verstehen glaubt.

Willst du ein guter Leser seyn, so lies! Willst du imSchreiben fertig seyn, so schreibe!

Bey den Seelenkrankheiten bleiben immer einige Spurenund Striemen zurück; werden diese nicht ganz vertilgt, so be-kommt sie bey einer abermahligen Geißelung von denselbennicht mehr Striemen, sondern offene Wunden.

*) Arrians Unterredungen Epiktets mit seinen Schülern. Über-seht von Schulz.