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Die Freiherrn von Wart
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Es gelang dem Jakob von Wart wirklich, wieder in den Besitz der Herrschaft Pfungenzu gelangen und da den Abend seines Lebens zuzubringen; denn an diesem Orte stellte erUrkunden aus. So erklärte er am 21. April 1324 beim Schlosse Pfungen, dass, wenn dasRektorat der Kirche zu Möhlin, bei welcher ihm und den Söhnen seines Bruders Rudolf, Rudolfund Marquart, das Patronat gehöre, erledigt sei, die letzten das Präsentationsrecht auszu-üben hätten.*)

Jakob von Wart hatte zwei Söhne: Jakob IV. und Berchtold. Die Existenz desErsten ist angezweifelt und aberkannt worden. 2 ) Er scheint allerdings kein hohes Altererreicht zu haben, doch ist er urkundlich beglaubigt. Am 6. März 1318 verkaufte in ZürichFrau Gertrud von Tetinkon, Berchtolds von Bilstein Gemahlin, dem Berchtold von Jestetteneine Wiese zu Tetinkon, und der Graf Johann von Habsburg zu Rappersweil gab die Eigen-schaft dieses Grundstückes dem Käufer hin. In dieser Urkunde werden als erste Zeugengenannt: „Herr Jakob von Warta, Jungherr, Rudolf von Warta, Jungherr." 8 ) Wir haben obengesehen, dass der Vater Jakob mit dem vorgenannten Grafen Beziehungen unterhielt. Dieserunwichtige Verkauf wurde benutzt, die beiden Verwandten gemeinschaftlich in einer Urkundeauftreten zu lassen und damit ihre Volljährigkeit und Handlungsfähigkeit zu dokumentiren.Im Kaufbriefe für die Neftenbacher Güter wird des zweiten Sohnes Berchtold gedacht,der sich dem geistlichen Stande widmete: in der obgenannten Urkunde Jakobs betreffenddie Kirche zu Möhlin erscheinen als Zeugen Ulrich von Eschenz, Kirchherr in Pfungen undHerr Berchtold, Pfarrvikar daselbst.

Als echter Christ sorgte Jakob von Wart rechtzeitig für sein Seelenheil; in ein Klosterhat er sich jedoch nicht begeben.- 1 ) In der Kirche zu Neftenbach hatte er zwei Pfründen zustiften begonnen, denen er beim Verkauf der dortigen Güter vier Juchart Wiesen vermachte,ebenso drei Juchart Wiesen, die seinem Sohne Berchtold zu Lehen dienten (1322). Um seinSeelenheil zu mehren, schenkte er auf offener Reichsstrasse bei Pfungen am 10. März 1327willeklich und unbezwungen, an Leib und Seele gesund" den Deutschordensbrüdern zuBeuggen den Kirchensatz mit vielen Gütern zu Möhlin, sein Reichslehen. fl ) Die Geistlichenin Beuggen, wie immer vorsichtig in Geschäftsachen, wussten schon, woher der neuen Er-werbung Gefahr drohen konnte. Ostreich hatte die Güter Rudolfs zuhanden genommen undvielleicht Anspruch auf die Kirche in Möhlin gemacht. Um sicher zu sein, wandten sie sichan Herzog Albrecht von Ostreich, der am 21. April 1327 in Baden, Aargau, bekannte, dasser und seine Brüder kein Recht an die Kirche zu Möhlin oder an den Kirchensatz daselbsthätten.«) Um die Vergabung vollkommen zu machen, verzichteten Jakobs BruderssöhneMarquart von Wart, Domherr zu Basel und Rudolf von Wart, am 10. Januar 1334 zugunstendes Klosters in Beuggen auf alle Rechte an den Kirchensatz, Zehnten und die Widern inMöhlin.')

Jakob von Wart erreichte ein hohes Alter. Der Überlieferung nach wurde er inPfungen begraben; so berichtet Stumpf: „Die Freiherrn von Wart haben ihr Begräbnis gehabtin dem alten Pfarrkirchli zu Pfungen. Da ligt noch ir Grabstein am? der begrabt mit demwaapen."«) Gegenwärtig ist da nichts mehr vorhanden, was an die Freiherrn von Wart er-innern könnte. Da Jakob von Wart und seine Gattin in Neftenbach zwei Pfründen stifteten,wäre es möglich, dass sie dort zur ewigen Ruhe gebettet wurden, und ihr Sohn Berchtold,

') Mono, 29, 177. -') Bächtold, Minnesinger, S. 214 ff. 3 ) Stadtarchiv Winterthur. 4 ) Meyer-Tobler,Zürcher Adel 1865. B ) Mone, 29, 245. ") Mono, 29, 247. 7 ) Mone, 29, 182. 8 ) Ausgabe 1547, S. 112 ff.