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manchmal anwesend, ja es wäre möglich, dass er dort, wenigstens vorübergehend, seinenWohnsitz genommen hätte. Als in dieser Stadt eine Freveltat begangen worden war, leistetenFreie und Ritter für den Schadenersatz Bürgschaft; unter diesen befand sich auch Jakob vonWart, der 3 ti Geld bezahlte (11. September 1316 ] ).
Tschudi berichtet über Jakob von Wart: „Er ward letzlich zu Armut gebracht undmusst sin Leben in einem armen Purenhüslin zu Neftenbach verschleissen." 2 ) Es ist dies einBeweis, wie unzuverlässig dieser Chronist manche Dinge darstellt. Ein Mann, der in so ärm-lichen Verhältnissen lebte, konnte sicher diese Rolle nicht spielen, wie sie vorhin dargestelltworden ist, und wenn es auch mit dem Wohlstand Jakobs nicht glänzend stand, und erwirklich, wie Vitoduran meldet, nach dem Morde einige Zeit in einer Strohhütte leben musste,so verkam er doch nicht so elendiglich, wie Tschudi darstellt und gemeiniglich angenommenwird. Dies ergiebt sich auch aus Folgendem: Am 18. August 1318 verkaufte Jakob in Tössan das dortige Kloster viele Eigengüter zu Dättlikon, darunter Reben und die Schupposse,in welche der Kirchensatz gehörte; ferner mehr als 30 Leibeigene, ebenso diejenigen, welcheer mit seinen verstorbenen Bruder Rudolf gemeinsam hatte. 8 ) Mit diesem Kaufe erlangte dasKloster Töss wohl den Besitz der Kirche in Dättlikon, die demselben auch im Jahre 1345vom Papste Clemens inkorporirt wurde. Im Jahre 1319 veräusserte Jakob abermals demGotteshaus in Töss eigene Güter zu Bebinkon (Gemeinde Buch am Irchel), ein neuer Beweisdafür, dass die Königin Agnes den Wart die Güter nicht für das Kloster Töss weggenommenund damit einen „schlechten" Gottesdienst eingerichtet hatte. Der Konvent, mit reichenMitteln versehen, machte sich das Verarmen der Edelleute zunutze und erwarb sich jedenfallsnicht zu übermässig hohen Preisen deren Besitzungen. Analogien haben wir auch in unserer Zeit.
Bald darauf nahm Jakob von Wart an seinem Gute einen so starken Aderlass vor,dass fast eine völlige Erschöpfung eintrat. Zu Diesscnhofen am 2. September 1322 verkaufteer den Hof, den Kirchensatz, Twing und Bann in Neftenbach, das Burgstall zu Wart (dieehemalige Stammburg), das Fischrecht in der Töss, einen Weingarten zu Neftenbach undeinen solchen zu Bruggbach, ferner seine eigenen Hörigen und die des Klosters Reichenau,alles Lehen des genannten Gotteshauses, um 200 Mark Silber an Johann den Truchsess vonDiesscnhofen, der Hofmeister und ein treuer Anhänger des Königs Friedrich von Ostreichwar. Ob diese Entäusserung aus Not erfolgte, oder ob sie von Ostreich erzwungen wurde,kann nicht gesagt werden. Zu gleicher Zeit versprach Jakob, die Burg und den Kirchensatzzu Pfungen und alles, was er dort an Land und Leuten und Rechten besitze, ebenfalls zuverkaufen um 110 Mark Silber, wenn dieses Besitztum wieder in seine Gewalt komme;ausgenommen war nur der Kelhof, dessen Nutzniessung einem Verwandten Jakobs, demFreiherrn von Griessenberg, ebenfalls einem treuen Diener Ostreichs, zustand. Die Fertigung,wozu Jakobs Gattin Kunigunde und ihr Vogt, Heinrich von Tengen, die Zustimmung gaben,erfolgte vor dem Schultheissen in Winterthur. 1 ) Aus dem Gesagten erhellt, dass Ostreichdas Wart'sche Besitztum in Pfungen, sehr wahrscheinlich, weil die Brüder es nicht geteilt,sondern gemeinsam besassen, beschlagnahmt hatte, und dass die Behauptung, Ostreich habeden Nachkommen der Königsmörder ihre Güter belassen, wie bereits darauf hingewiesenworden, aus der Luft gegriffen ist. 5 ) Die Zürcher Chronik von Vogel meldet, die HerrschaftPfungen sei als östreichisches Lehen dem Grafen Konrad von Fürstenberg zur Belohnungfür seine bei der Blutrache geleisteten Dienste übergeben worden. Ein Beleg hiefür habenwir nicht finden können.
') Kopp, IV, 2, 275. *) I. Buch, 4, S. 245. ") Kopp, IV, 2, 27!>. ") Kopp, 4, 2, S. 280. n ) Adler, Wien, X. Jahrg.