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Die Freiherrn von Wart
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alle Cauertzin, Wucherer und Juden, weil er ihm des Reiches Rechte in Zürich übertragenhabe. Alle Geldwechsler, Gelddarleiher (Cawertschen) und Juden hatten dem Kaiser oderder königlichen Kammer eine Steuer, bei den Juden Opferpfennig geheissen, zu entrichten.Mit dem Einzug dieser Abgabe wurde also Rudolf betraut.

Das Jahr 1362 brachte einen grossen Umschwung in die Geschicke der Stadt Zürich:Karl IV., nachdem er sich mit seinem Vetter Herzog Rudolf von Ostreich überworfen, gossein grosses Füllhorn neuer Rechte und Vergünstigungen über die Limmatstadt aus, zu welchenauch die Befreiung von der Reichssteuer auf 5 Jahre gehörte, die der Ort dem ReichsvogteRudolf von Wart zu zahlen hatte (31. März 1362).

Rudolf von Wart hielt sich nicht immer in Zürich auf, sondern weilte jedes Jahreinige Zeit bei Kaiser Karl IV. Am 10. Juli 1355 war er in Nürnberg mit vielen FürstenZeuge, als sein Herr die Stadt Regensburg in drei Urkunden mit vielen Freiheiten ausrüstete.In dieser Stadt wurde im Juli gleichen Jahres der Friede zwischen Ostreich und Zürich ver-mittelt; an diesen Verhandlungen nahm Rudolf jedenfalls lebhaften Anteil, und es ist seineAnwesenheit auch urkundlich beglaubigt; denn er erscheint am 23. Juli 1355 als Zeuge indem Briefe, mit welchem Karl IV. in Regensburg die Stadt Eger von der allgemeinen Steuerbefreit. 1 ) Auch im folgenden Jahre treffen wir Rudolf von Wart beim Kaiser, als dieser inStauf bei Regensburg den Juden Böhmens frühere Privilegien bestätigte (30. August 1356 2 ).Nach Karls kurzem Feldzug gegen Niederbaiern trat im deutschen Reiche eine verhältnis-mässig ruhige Zeit ein, weshalb der Kaiser einen längern Sommeraufenthalt in Prag nahm,wo Rudolf ebenfalls anwesend war und am 30. Juni, 16. August und im Oktober 1357 ur-kundete.«) Sehr wahrscheinlich ist Rudolf nicht nach Zürich zurückgekehrt, sondern am Hofedes Kaisers geblieben; denn am 21. Februar, 1. und 5. März und 4. Mai 1358 erscheint erneuerdings in Prag als Zeuge in Urkunden, welche Karl IV. für drei Gotteshäuser ausstellte.*)Von Prag begleitete Wart den Herrscher nach Nürnberg, wo am 28. und 30. Juni 1358 seineAnwesenheit in vier Urkunden bezeugt ist. Von da ging die Reise nach Rotenburg, in welchemOrte Karl IV. mit verschiedenen Fürsten und Grafen einen Landfrieden abschloss und siemit Rechten ausstattete; auch in diesem Briefe wird Rudolf genannt (7. August 13585). Nachdem Tode des Herzogs Albrecht des Weisen von Ostreich begannen die Zerwürfnisse desReiches mit dessen Nachfolger Rudolf, weshalb der Kaiser gerne einen treuen Ratgeber ander Seite hatte. Am 9. Februar 1359 ist Wart mit dem Kaiser in Böhmen, reist dannmit demselben an den Rhein und wird am 11. April gleichen Jahres in Mainz in einer Be-stätigungsurkunde genannt.«) Kriegswolken zogen übers Reich: Karl IV. rüstete das Reichs-heer gegen Ostreich und Würtemberg, die im August 1360 niedergeworfen wurden. Es istwahrscheinlich, dass Wart an dem kurzen Feldzuge teilnahm; denn wir treffen ihn am7. Juli in Prag und am 20. und 25. Juli gleichen Jahres in Nürnberg an der Seite des Kaisers.7)Ebenso nahm Rudolf von Wart im Jahre 1361 längere Zeit seinen Aufenthalt am Hofe seinesHerrn: er war Zeuge, als dieser die Privilegien von drei Klöstern bestätigte (Prag, 30. Juliund Nürnberg 5. November) und die Söhne des Markgrafen von Este mit manchen Güternund mit dem Reichsvikariat von Modena belehnte (Nürnberg, 19. Dezember 1361»). Mit Rechtberichtet deshalb der Chronist Stumpf:Ich find noch einen Herrn dieses Namens, genanntRudolf von Wart, hat gelebt um das Jahr 1361, aber wo der seine Wohnung gehab hat, habich nicht ergründen können."

>) Kaiserreg. v. a! Huber, Nr. 2170-74 und 2190. 8 ) Dito, Nr. 2508. 8 ) Dito, Nr. 2G75, 2G85, 2703.4 ) Dito, Nr. 2751, 2752, 2756, 2778 und Nr. 6953, G954, G955. 6 ) Dito, Nr. 2794, 2803, 2804, 2807, 2820. B ) Dito,Nr. 2902, 2937.) Dito, Nr. 3149, 3248 und Kopp, LJrk. I, 89. 8 ) Dito, Nr. 3720, 3772, 3775 379G, 3797.