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wobei viele Adelige der Stadt als Zeugen mitwirkten.i) Dieses Besitztum war ihr von ihrem Vaterals Aussteuer gegeben worden. Die nächsten Verwandten der Königsmörder verloren somitihre Güter nicht, oder die letzten wurden nur zeitweise in Beschlag gelegt.
Nach Mathias von Neuen-Jahre lang ein sehr gottseliges Leben,spätem Chronisten den Schluss ge-Kloster gegangen: St. Magdalenaunerwiesen ist. Obgleich der vor-tet, Gertrud sei Witwe geblieben,finden, sie habe sich im Jahre 1317von Ramstein (Burg im Basler Ge-zweiten Ehe wäre der Domherr undstein entsprossen. 3 ) Dies ist aberdurch keine Urkunden erhärtet wer-scheint im Jahre 1336 in einer Bas-ist ganz undenkbar, dass ein Jüng-eine so hohe geistliche Stellung ein-
Siegel derWitwe Gertrud von Wart.
S . Gerdrudis . Rclicte . R .D(e) . Wart .
Urkunde 1316.(Anz. 1856, S. 43 u. Tafel III.)
bürg führte Gertrud von Wart vieleAus dieser Mitteilung mögen diezogen haben, sie sei dort in einoder Steinen, 2 ) was aber durchausgenannte Zeitbuchschreiber berich-wollten neuere Historiker heraus-mit dem Freiherrn und Ritter Ulrichbiet) wieder verheiratet, und dieserspätere Domprobst Thüring von Ram-entschieden unrichtig 1 ) und kannden. Der vorgenannte Thüring er-ler Urkunde als Domprobst. s ) Nunling von ungefähr 18 Jahren schongenommen habe. Gertrud blieb also
Witwe, was auch durch Folgendes bestätigt wird: Vor ihrem Ende stiftete sie, dem religiösenGebrauche jener Zeit folgend, für sich und ihre Tochter Anna im Kloster Interlaken einJahrzeit durch eine Vergabung, die in einem jährlichen Zinse von 30 Vierteln Gerste undHaber bestand, deren Wert auf 15 8f Pfennig in Geld geschätzt wurde. In dieser Schenkungwird Gertrud ausdrücklich als die hinterlassene Witwe des weiland verstorbenen Ritters Rudolfvon Wart bezeichnet.* 5 ) Es ist wahrscheinlich, dass die Tochter Anna, um deren Hand sichwohl keine Adelige bewarben, im vorgenannten Kloster sich dem geistlichen Stande widmete;der Eintritt erfolgte um so leichter, als auch ihre Grosseltern mütterlicherseits diesem Gottes-hause eine bedeutende Vergabung, den Kirchensatz zu Lyss, vermacht hatten, damit dieNonnen mit Pelzkleidung versehen werden konnten. 7 )
Rudolf von Wart, der Königsmörder, hinterliess drei Söhne, von welchen zwei geist-liche Ämter bekleideten. Der Eingang der Urkunde vom 13. August 1309, mit welcher derAnteil an der Burg Falkenstein verkauft wurde, heisst wörtlich: „Wir Rudolf von Warta,ein Ritter und Johanns sin Sun, der Pfaff, tuon kund allen den u. s. w." 8 ) Die Freiherrnvon Balm hatten im jetzigen Kanton Solothurn viele Güter; da war Gelegenheit, den Johannzu versorgen: er wurde Kirchherr in Bipp. !) ) Nachdem aber nach dem Königsmorde dieBalm'schen Güter konflszirt worden waren, musste wahrscheinlich Johann von seiner Stelleweichen. Nun besass die Familie Wart die Kirche und viele Güter in Möhlin (Aargau). Nachdieser Pfründe siedelte Johann über, erreichte aber kein hohes Alter; denn schon am 12. März1314 musste der Generalvikar des Erzbischofs von Besangon und Official des Hofgerichteseinen Entscheid treffen in der Appellationssache zwischen Ulrich von Arberg und Bertoldvon Buchein (Beuggen), weil beide Parteien das Recht beanspruchten, an die Pfarrei Möhlin,die durch den Tod des Rectors Johann von Wart erledigt war, einen neuen Geistlichen zupräsentiren. 10 )
') Appenzeller, S. 23. 2 ) Appenzeller, S. 31 u. viele and. • 1 ) H. v. Liebenau, Argovia 5, S. 89 undTh. v. Liebenau, Königsfeldcn, S. 5G. «) Kopp, V, 2, S. 227. ") Kopp, V, 2, S. 547. °) Gschtsfrd. IV, S. 315und Trouillat: Mon. de l'hist. de l'ancienne eveclu'; de Bäle T. 3, S. 130. 7 ) Helv. sac. IL T., S. 146. 8 ) Kopp,Urk. I, S. 114. ») Soloth. Jahresb. v. Fiala. 10 ) Mone, 29, 211.