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Die Freiherrn von Wart
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auch die Strafe erleide. Der in Bruchsal im Jahre 1500 geborene Chronist Stumpf ist sicherim Rechte, wenn er über den Transport des Gefangenen berichtet:Rudolphus hat grossentrost, die Basler soltend jn behalten vnd entlediget haben, aber sy woltend sich seiner nitbeladen." Frau Gertrud von Wart, ihre Kinder und ihre Freunde taten wohl alles Mögliche,die nötigen Vorbereitungen zur Befreiung zu treffen; aber Basel hielt es für kluger, mitOstreich in Frieden zu leben, als aus Dankbarkeit einen Königsmörder zu retten. Vor demGerichte verteidigte sich Wart selbst ohne Rechtsbeistand, anfänglich die böse Tat leugnendund sich zum Zweikampfe anbietend. Kein Verbrechen habe er begangen, sondern nurseinen Herrn, den römischen König Adolf, gerächt, der durch Albrecht erschlagen wordensei. 1 ) Übereinstimmend berichtet Johann von Winterthur:Als Rudolf vorgeworfen wurde,er habe Meuchelmord und das Verbrechen der Majestätsbeleidigung begangen dadurch, dasser seinen rechtmässigen Herrn getötet, antwortete er, nicht seinen Herrn, sondern einenMissetäter habe er umgebracht, der seine blutigen Hände an seinem echten und eigenenHerrn gelegt, indem Albrecht den unschuldigen König Adolf erschlagen habe." Die Richtererklärten aber, es brauche keines weitern Urteils mehr, da König Heinrich dasselbe schongefällt habe. Hierauf legten die Henkersknechte Hand an Wart, banden ihn an den Schweifeines Pferdes, welches ihn auf den Richtplatz schleifte, wo er, nachdem ihm die Glieder ge-brochen worden, aufs Rad geflochten wurde. Seine Gemahlin, Gertrud von Balm, warf sichunter dem Radegleich dem Gekreuzigten" nieder, drei Tage und drei Nächte im Gebete ver-harrend, bis der Tod den Gatten von den fürchterlichen Qualen erlöste. Als man Rudolffragte, ob er die Gegenwart seiner Gattin wünsche, antwortete er, er verlange dies nicht;wenn er sehe, dass sie mit ihm leide, so sei ihm dies ebenso schmerzlich, wie sein eigenesLeiden. Gertrud aber blieb unter dem Rade, und gab der Mit- und Nachwelt ein hehresBeispiel aufopfernder Hingebung und unauslöschlicher Liebe und Treue. Rudolf von Wartwar der einzige Verschworene, der sein Verbrechen mit der harten Strafe jener Zeit sühnte;Johann von Ostreich floh nach Italien, Walther von Eschenbach nach Würtemberg, und Rudolfvon Balm lebte bis an sein Ende versteckt in Basel; so entgingen sie der Verurteilung. DenHauptanstiftern wurde kein Haar gekrümmt.

Peinlich berührt es, dass Rudolf von Wart bei der Verurteilung sich schwach zeigte,die Mitbeteiligung anfänglich leugnete und erst nachher sich als Mann aufraffte, die Tat ein-gestehend. Versöhnend wirkt dagegen, wie er bis zur letzten Stunde in Liebe an seinerGattin hängt, und wie auch seine Kinder, namentlich der Pfarrer Johannes, den Vater nachder unglückseligen Handlung nicht verlassen.

Über die Verurteilung und Hinrichtung Rudolfs von Wart herrschten bis in die neuesteZeit ganz verschiedene Ansichten. Schon betreffend den Ort gehen die Angaben auseinander:Ottokars Reimchronik meldet, Leopold habe Wart mit seinem Diener Rulassingen bei Ensis-heim auf das Rad flechten lassend) Stumpf nennt Winterthur als Ort der Richtstätte:Mitdiser freyen vnd fräflen antwort erlöget R. wenig gnad, sonder ward als bald zu Winterthuraussgeschleipfft vnd mit dem Rad gericht." Appenzeller^) meint, das Todesurteil könnte inBrugg ausgesprochen und erst in Winterthur vollzogen worden sein. Vitoduran, der Augen-zeuge der Zerstörung der Burgen bei Dättlikon und Pfungen, berichtet nichts über den Ortder Hinrichtung; wenn sie aber bei Winterthur gewesen, so hätte er sicher nicht ermangelt,dieselbe näher zu beschreiben. Mathias von Neuenburg sagt ganz bestimmt: Wart wurdean den Ort der bösen Tat geführt, womit auch Tschudi, Bullinger u. a. übereinstimmen.

') Math. v. Neuenbg. 2 ) Lichn. 3, S. 17. 3 ) Gert. v. W., S. 30.