Gülich= und Bergischebeyden Seythen, oder derselben Kind) verläst, so erben desselbengestorbenen Kinds Vatter und Mutter sein verlassen Haabe, und derVatter erbet zuvoran die Haabe und Güter, so von vatterlicher Seythen, und die Mutter die Güter und Haabe, so von mütterlichenSeythen an das gestorbene Kind kommen, die andere und übrigeHaabe und Güter erben sie beyde gleich miteinander.Wan aber aus Vatter oder Mutter ihrer eins mit Tod abgangen, so erbet das ander, so noch im Leben ist, alle Güter und Haabeunverscheidentlich vor allen Anherren und Anfrauen, und allen an-dern Freunden.Da nun Vatter und Mutter nicht im Leben, so erben die ver-lassene Güter, so von vätterlicher Seythen an das gestorben Kindkommen seyn, Anherr und Anfrau von dem Vatter voran, desgleichen die Haab und Güter von mütterlicher Seythen Anherr undAnfrau von der Mutter auch voran, und die andere ubrige Haab undGüter erben Anherr und Anfrau von beyden Seythen mit einander.Wan aber allein ein Anherr oder Anfrau, Uranherr Oder Uranfrau des gestorbenen Kinds von Vatter oder Mutter Seythelim Leben ist, der oder die erben allein so viel, als Anherr und Anfrau,oder Uranherr und Uranfrau von beyden Seythen zusammen, warsie zugleich im Leben wären.So lange aber ein Anherr oder Anfrau im Leben ist, und die auch er-ben, und in die verlassene Erbschaft succediren oder folgen mögenauf solchen Fall werden Uranherr und Uranfrau ausgeschlossen. Waraber kein Anherr oder Anfrau im Leben, so erben die Uranherr undUranfrau, in aller massen, wie von den Anherrn geschrieben ist, vorallen andern Verwandten, auch vor Geschwesterten von einer Seythen, und derselben Erben.Wie die Eltern ihre verstorbene Kinder erben mit derselbigen verstorbenen Brüder und Schwester Kindern,oder derselben Kindern.Cap. LXXXI.(O nun das abgestorbene Kind Geschwesterten, das ist, Bru-der= oder Schwester-Kinder von beyden Seythen, oderderselben Kinder verläst, so erben dieselbige mit des abge②storbenen Kinds Vatter und Mutter, oder mit desselbenKinds Vatter allein, wan die Mutter mit Tod verfallen, oder mitder Mutter allein, wo der Vatter mit Tod abgangen. Und da we-der Vatter noch Mutter im Leben, alsdann mit den Anherrn undAnfrauen, oder wan die auch tödtlich abgangen, mit des abgestorbenen Kinds Uranherrn oder Uranfrauen, alle Haabe unverscheidentlich, je eine Person so viel als die ander.Doch
Druckschrift
Gülich- und Bergische Rechts-, Lehen-, Gerichtschreiber-, Brüchten-, Policey- und Reformations-Ordnung Des Durchleuchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Wilhelms, Herzogen zu Gülich, Cleve und Berg, Grafen zu der Marck und Ravensperg, Herrn zu Ravenstein, etc. : Neben anderen Constitutionen, Edicten und Erklärungen etlicher Fälle, wie es derenthalben in beyden Fürstenthumen Gülich und Berg gehalten, geurtheilt und erkannt werden soll
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