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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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472 Ende der GoldbergerSchola ducalis."

Inspektoren der Schule 1 ), die alle Mängel, die sie fänden, demSuperintendenten in Liegnitz berichten sollten. Zwei von denvieren sollten abwechselnd alle Quatember vom Herzog nach Gold-berg abgefertigt werden und dem Rektor und den Lehrern solcheMängel verweisen. Schon zu Michaelis hatte der Herzog Ver-anlassung, den Lehrern pflichtschuldigen Fleiß und Friedfertigkeitund Eintracht anzubefehlen. In einer besonderen Supplikation 2 )versprach der Rektor Melideus, dem Befehl seinerseits nach-zukommen, beklagte sich aber über die Widersetzlichkeit seinerLehrer und bat zur Beförderung der Schule um den fürstlichenSchutz gegen die Attentata derer, die um der Sättigung ihrer Affektewillen die fürstliche Schule durchaus zerrütten wollten.

Diese Aufregungen hinderten aber Melideus keineswegs, beider nächsten sich bietenden Gelegenheit doch wieder den Pegasuszu satteln. Am 18. Okt. 1620 wurde am Liegnitzer Herzogshofeine Vermählungsfeier festlich begangen. Barbara Agnes von Lieg-nitz und Brieg, die Tochter des verstorbenen Herzogs JoachimFriedrich, verehelichte sich mit IL U. Schaffgotsch, Freiherrnvon Trachenberg, Herrn von Kynast, Greifenstein usw. Melideuserschien als Gratulant mit einerSatyra" oderSylva" 3 ), wie ersich ausdrückt:Parnassus Chrysorinus", wobei er auch als deut-scher und italienischer Dichter auftrat. Der phantastische Inhaltspielt sich auf den Höhen um Goldberg (auf Schulbesitz) ab undschiebt zuerst die Schule in den Vordergrund; dieSylva" gehtvon einer poetisch-prosaischen Beschreibung des Frühlings aus:vermutlich hatten die Eheverhandlungen zu dieser Zeit ihren An-fang genommen. Der Apollo der Lygier und Vorsteher der Ely-sischen Musen schickt von seinem Hofe drei Männerrei scho-lasticae curandae et Parnassi Chrysorini vindicandi ornandiquegratia, Florens Dicastes, Gratiosus Apomyius und HypsicratesLonchetes". Die Stadt Goldberg liegt in den äußersten Wurzelnder Sudeten, ihre Mauern umfließt die Katzbach, seit alter Zeitsteht sie unter der Herrschaft der Piasten, ihnen treu wie Gold,die Patronin der Musen, die Mutter tapferer Männer, mit frucht-baren Äckern. Leicht steigt sie an, den höchsten Teil nimmt wieeine Burg die Kirche ein, daneben liegt das Haus der Ritter vonJerusalem; vier Tore haben die ovalen Mauern, und in dem südlich

] ) St. B.-Br., Wenzel. 2 ) Ebenda.

") J. M e 1 i d e i Parnassus Chrysorinus Satyra. Lignicii Typis N. Sartorii,(1620) fol. [Ex. leider nicht nachzuweisen.]