442 ■ Erfolglose Versuche zur Neubelebung der Schule.
brach jedoch, statt sich nach und nach zu bewurzeln, allmählichwieder in sich selbst zusammen. Am 15. Febr. 1616 starb derKatechet Wenzel. Feige forderte seinen Sohn K. Wenzel, der inWittenberg studierte, auf 1 ), nach Goldberg zu kommen und dieStelle zu übernehmen. Damit wäre ein Stadtkind und ein ehe-maliger Schüler — er hatte die Schule von 1606 bis 1610 besuchtund war ein Privatschüler D. Vechners gewesen — an die Auri-montana gekommen. Wegen des langwierigen Winters und derschlechten Wege versäumte dieser aber durch Abwarten die Stelle:er kam an dem Tage an, an dem ein anderer eingeführt wordenwar, und konnte sich so erst, nachdem er 1635 Diakonus in Gold-berg geworden war, Verdienste um die Schule, die unterdes zueiner bloßen Stadtschule herabgesunken war, erwerben. Er wurdeInspektor der auch schon wieder zerrütteten Schule und gab ihreinen neuen Lehrplan.
Der Tod holte auch den Rektor ab. Am 7. Nov. 1617 starbFeige 63 Jahre alt. Auf den Titel Rektor scheint er zuletztkeinen Wert mehr gelegt zu haben; denn bei seinem letzten unsbekannten Gedicht, das er 1615 zur Hochzeit des herzoglichenRates J. Muck schrieb 2 ), nannte er sich nur „Consul Goldbcrgensis".Seine Verdienste oder mindestens die ohrliche Absicht und dergute Wille, der Stadt und der Schule und damit dem Herzogtumtreu zu dienen, hatten die landesherrliche Anerkennung gefunden.Sein Haus war von dem Herzog Joachim Friedrich mit einemgroßen Privileg ausgestattet worden, und Herzog Georg Rudolferwies ihni noch kurz vor dem Tode die Ehre, daß er den Krankenin seinem Hause besuchte. 3 ) Er hinterließ außer seiner GattinSophie, die Tochter Elisabeth, des Pastors D. Namsler Witwe, unddie Söhne Daniel, 1618 Vogt und Hofrichter, und Mag. Joachim,Propst und Kollegiat des Frauenkollegs an der Universität Leipzig-Joachim (f 1637) verfaßte für seinen Vater eine papierene Denk-tafel. Daniel setzte die Familie in Goldberg fort und bekleidetewiederholt das Bürgermeisteramt wie der Vater.
') Reimannus, Testamentum: s. S. 441, Anm.2.
*) Nuptiis . . . Dn. Joannis Muccii . . . Princip. D. Georgii-Rudolphi DucisSiles. Lygio Breg. Consiliarü, & . . . Virginis Christinae Myliae . . ■ Ugaieadie 22. Sept. 1615. celebrandis, scripta & dedicata ab Amicis Caraina. TypisSartorianis. 4".
3 ) Quelle ist das gedruckte Epitaph, das ihm sein Sohn Mag. J. Eeigms,I'ropst des Frauenkollegs in Leipzig, setzte. Lipsiao Typis Laubergiams, Exe.J. Glück, fol.