\\4 Erfolglose Versuche zur Neubelelmng der Schule.
an Hentschel geschrieben 1 ), ihm die bekannte Stellung mit Emp-fehlung angeboten und dringend um eine Antwort innerhalb vonzwei Tagen gebeten. Er erwarte, was jener tun werde; minde-stens wäre seine Aufmerksamkeit darauf gelenkt worden. Mankönnte aber fürchten, daß er jetzt auch an das freiwerdendePastorat in Goldberg denken und bei dem Rektor Feige dafürUnterstützung finden möchte. Dieser arbeite jedoch für seinenBruder, und so würde das Anerbieten bei jenen Verwunderungund Beunruhigung bereiten. Dies schreibe er nur, damit Laubanus«insehe, daß er begehre, den Vorteilen der Schule und seiner Er-wartung nicht zu fehlen.
Hentschel ergriff die dargebotene Hand wirklich, erhielt am28. Nov. die Vokation von Herzog Joachim Friedrich, wurde amfl. Dez. Dach einem Examen durch den Superintendenten A. Baudis.M. Geske, den Pastor zu St. Marien, und den Archidiakonus S. Gru-naeus in Liegnitz ordiniert und trat darauf sein Amt an. Nur vierJahre blieb er Landpastor, dann konnte er wirklicli von dieserSprosse höher steigen: am 22. Nov. 1(504 wurde er von dem Ratals Pastor nach Jauer berufen und versah dort zugleich das Amtdes Schulinspektors.
Hatte seine Muse schon in den letzten Jahren in Goldberggeschwiegen, in seinen Pfarreien kam sie auch nicht mehr zurechtem Leben. Erst als am 22. Febr. 1621 der Studiosus derKünste und der Philosophie M. Pfeiffer aus Jauer Rosina, dieTochter des jauerschen Bürgers G. Kolbnitz, heiratete, da erschiener unter" den dichtenden Freunden. 2 ) Als in demselben Jahre seineTochter Elisabeth mit dem Kanzler der Hauptmannschaft derFürstentümer Schwcidnitz und Jauer, M. Pezold, die Ehe eingingiließ er sich von D. Vechner als Hochzeitsvater feiern. 3 )
Seine literarische Ilaupttätigkeit wandte er, wie es für einenPastor nahelag, auf Predigten. Er ließ von diesen z. B. 1618 dieLeichenpredigt auf Eva Prentzlow, die Gattin des kaiserlichenAmtssekretärs M. Pezold und als solche Vorgängerin seiner TochterElisabeth, unter dem Titel „Der Auserwählten Gottes Zustandhier und dort" drucken. 4 ) Eine andere Kasualrede, die er arn26. Nov. 1621 zur Feier der Huldigung der ErbfürstentümerSchweidnitz und Jauer in die Hand des Kurfürsten Johann Georgvon Sachsen als kaiserlichen Kommissars hielt und „Arcula Pacis,
') Grunaeus an Laubanus, 25. Sept. 1G00, St. B.-Br., Rhediger XIX, N. 178-2 ) Vgl. w. u. S. 486. ») Vgl. w. u. S. 487.
*) Ohne Ort und Jahr (1618). 4".