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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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350 Erfolglose Versuche zur Neubelebung der Schule.

Gedichten unrl denen seiner Freunde hervorgeht. 1 ) Melissus besangdie beiden schlesischen Freunde Laubanus und Scultetus. Laubanusrichtete Verse an den Polyhistor J. Grutcr aus Antwerpen, an denkurfürstlichen Leibarzt Dr. J. Posth, an den Kretenser A. Portus,der später Griechisch an der Universität lehrte, an den Professorder griechischen Sprache, Poeton und scharfen Gegner der Ubi-quität M. S. Stenius aus Lommatzsch in Meißen, der, als Refor-mierter vor dem strengen Luthertum weichend, zuerst als Lehreran die Schola illustris des Pfalzgrafen Johann Kasimir in Neustadt;in der Hardt und 1585, durch Melissus dahin gezogen, als Professorder Ethik nach Heidelberg gekommen war. Von Landsleutenerwähnt Laubanus außer Scultetus den Theologen B. Pitiscus ausGrünberg und den nachmaligen Juristen Mag. K. Scultetus ausGreifenberg, den einstigen Schüler Cirklcrs in Goldberg. MitSehnsucht dachte er noch von Goldberg aus an seine HeidelbergerFreunde zurück, zu denen auch Mag. D. Pareus aus Frankensteinzu rechnen ist.

Von Heidelberg reiste Laubanus nach der schlesischen Heimat,mit dem Gedanken, bald wieder an den Neckar zurückzukehren.Das sollte aber nur geschehen, um von den Freunden Abschiedzu nehmen; denn er wurde an seine Vaterstadt Sprottau mitdoppelten Landen gefesselt. Am 1. Febr. 1594 übernahm er dasRektorat der Schule und heiratete an demselben Tage JungfrauAnna Hentschel, die Tochter des Bürgermeisters G. Hentschel.Anna, die in Goldberg Bitternisse genug erleben sollte, starb,nachdem sie ihm zwei Kinder geboren, denen nur kurze Lebens-zeit beschieden war, in Lricg am 28. Mai 1 (326.

Als Rektor der Schule in der Kleinstadt nahm er seine Vorgil-studien wieder auf. Er stellte Vergil, ohne andere. Klassiker aus-zuschließen, in den Mittelpunkt des Unterrichts und sorgte dafür,daß er seine Schüler nicht bloß in jeder Weise zur NachahmungVergils gewöhnte, sondern auch die Übung und die Beispiele desgrammatischen, rhetorischen und logischen Unterrichts durch scharfeund eingehende Analysis des Poeten darlegte und auch mancherleiVorübungen des oratorischen Stils daraus entlehnte. So entstandennach und nach in den fünf Jahren seines Rektorats durch unermüd-liche Arbeit auf Grund ungezählter, mit sorgfältiger Auswahl be-nutzter Kommentare von Kritikern und Philologen dieArchetypisive Tabulae Analyticae" aller zwölf Bücher derAeneis", von denen

Die getauschten Gedichte sind meist in Laubanus, Musa gesammelt