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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
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349
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Die Vergangenheit des neuen Prorektors M. Laubanus. 349

dicht, in dem er wie der Lohrplan des Ludovicus einen voll-ständigen Überblick über alle Zweige des Unterrichts und die ge-lesenen und behandelten Schriftsteller wie ebenso über alle Schul-einrichtungen, Deklamationen, Disputationen, Schulgericht, gab,so daß es geradezu als Empfehlungsschrift für die Schule in dieÖffentlichkeit hinausgehen konnte. Von den Lehrern erwähnte erwieder nur Ludovicus und Mylius. Mylius konnte er sich späterdankbar erzeigen dadurch, daß er, der einstige Schüler, seinemLehrer im Auftrag des Pfalzgrafen Melissus den Dichterlorbeerübergab. Die von ihm gefeierte Schulordnung ist für ihn in Gold-berg vorbildlich geworden.

In Wittenberg ließ Laubanus 1589 dasApobaterion" drucken;er weihte es G. und K. Ennder, den Söhnen des Görlitzer Rat-manns M. Ennder. Zwei seiner Mitschüler, F. Perber aus Görlitzund J. Schlegel aus Sagan, der mit ihm zusammengewohnt hatte,schmückten es mit empfehlenden Versen.

Am 7. Juni 1588 ist er in das Wittenberger Album eingetragenworden. Dort lebte er in vertrautem Verkehr mit A. Scultetus ausGrünborg, zu dem er schon von Jugend auf enge Beziehungenhatte. Als dieser nach Heidelberg ging, begleitete er ihn, so daßer nur anderthalb Jahre in Wittenberg war. Dieser Teil seinerStudienzeit scheint auch nur von geringer Bedeutung für ihn ge-wesen zu sein, denn in seinen Dichtungen und seinen andern Werkenläßt sich keine Erinnerung daran nachweisen. Anders war es mitHeidelberg, so daß Görlitz und Heidelberg die eigentlichen Quellenseiner Bildung und auch die Hauptpunkte seiner konfessionellenEntwicklung waren.

Die Heidelberger Matrikel verzeichnet die Namen der beidenFreunde zum 24. Jan. 1 590; sie wurden auch an demselben Tage,!l m 1. März 1591, Seite an Seite von Dr. Th. Mader zu Magisternder Philosophie promoviert, wie sie 1590 auch als Studenten derreformierten Theologie von dem Dekan Dr. J. Kimedoncius ein-getragen worden waren. Scultetus wurde nachher ganz Theologe.Schon als Hofprediger Friedrichs V. von der Pfalz erhielt er am9- März 1G18 die Professur des Alten Testaments; er mußte 1621a us Heidelberg vor den Scharen Tillys flüchten.

Laubanus blieb auch nach- dem Magisterium noch in Heidel-berg. Neben den philosophischen und theologischen Studien hatteer unter Melissus seine poetischen weiter fortgesetzt und nicht nurv iel von diesem gelernt, sondern sich auch mit ihm befreundet.Er lebte dort auch sonst in angeregtem Verkehr, wie aus seinen