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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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335
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Neue Störungen. jjqr

gegriffen und die Tür mit Holzscheiten bearbeitet. Sie hätten soschwere Verachtung und so schimpfliche Beleidigung, da jene nichtbloß sie, sondern auch gute und ruhige Bürger öfter und nochjetzt übel behandelten, mit Gleichmut ertragen und, damit nichtaus diesen Funken der Zwietracht eine größere Feuersbrunst ent-stünde, Goldberg verlassen.

Die beiden Polen zogen nach Frankfurt a. 0. und ließen sichdort in die Matrikel eintragen; nach ihrem Latein zu urteilen,hätten sie in Goldberg recht wohl noch etwas zulernen können.Daß die beiden Boxa und ihre nicht genannten Landsleute soganz als unschuldige Lämmer nur Leidende gewesen sein sollten,ist wohl kaum anzunehmen; daß aber der Rektor Feige nicht derMann war, die Ordnung an seiner Schule aufrechtzuerhalten, dürftehinlänglich klar sein. Die Verdächtigung, daß die Schüler mitseinem Wissen und seiner stillschweigenden Zulassung so tobtenund mit blanken Waffen umherliefen, braucht deshalb noch nichtWahr zu sein; denn er behielt auch weiter das Vertrauen seinerLandesherren.

Ganz sonderbar klingt es, daß Grunaous in einem Briefe anMimer (10. April 1598) den alten Herrn F. von Gelhorn (sein Sohnging am 25. Febr. 1598 von Goldberg, wo er seit dem 10. Aug. 1595Schüler gewesen war, nach Schwcidnitz) für den Skandal verant-wortlich macht. 1 ) Er sagt:Sav&oxsQanvov illum, ad quem nonminimam dissipationis scholae vestrac partem speetarc, res ipsatestata est, hypoeritam esse animaduerti ex sermone et moribus,quamquam semel tantum in aedibus meis fuerit." Den Pastor* -Popp nennt erillius applausorem". Hiernach könnte esscheinen, als ob bei dem wüsten Treiben auch noch ein konfessio-nelles Moment wie bei Waldstein, nur auf die Schule und dieSchüler übertragen, mithineingespielt hätte. Doch dem mag sein,wie ihm wolle daß der Herzog scharf eingriff, zeigt dieDissipatio"der Schule.

Aber schlug so Joachim Friedrich der Schule eine, wenn auchwohlverdiente, Wunde, so suchte er doch auf der andern Seites ogleich eine Gesundung bei ihr anzubahnen.

Am 19. Nov. 1598 teilte Grunaeus seinem lieben GevatterMimer vertraulich mit, daß schon über die Einrichtung der Schuleberatschlagt würde, daß diese jedoch auf andern Grundlagen unter-nommen werden sollte, als man bisher ins Auge gefaßt hätte. 2 )

') St. B.-Br., Rhediger XVIII, N. 139. 2 ) Ebenda XVIII, N. 198.