3 12 Einsetzen des Niedergangs der Schule.
über üble Führung dos Haushalts durch den Rat, und am 18. Junikam deshalb eine herzogliche Kommission zur Untersuchung derSachlage nach Goldberg. Sie fand viele Beschwerden berechtigtund suchte nach genauer Information, Untersuchung und JLokal-terminen, im Einvernehmen mit einem Ausschuß aus der Gemeindealles möglichst zu ordnen. Zu diesem Ausschuß gehörten unterandern der Kantor G. Vechner, Mag. A» Brettius und der FleischerG. Legner. Als nach mehrtägigen Beratungen die Kommissionendlich zur Berichterstattung nach Liognitz zurückkehrte, glaubtenBrettius und Legner nicht, daß die Räte treulich und unparteiischberichten würden. Sie reichten deshalb eine Supplikation an denHerzog ein, in der sie die Kommissare und den HauptmannW. von Zedlitz schlankweg der Treulosigkeit beschuldigten undbehaupteten, daß diese die gute Sache der Gemeinde verderbten.Dieses unkluge Verhalten bewirkte, daß der Herzog am 22. Febr.1616 doch wieder denselben Rat setzte und die Gemeinde soziemlich das Nachsehen hatte. Vechner, der selbstlos bei der häß-lichen Sache mitgearbeitet hatte und uns darüber berichtet, zogaus dem Scheitern der Verbesserung der städtischen Verhältnissenicht bloß den Schluß, daß seine Genossen töricht gehandelt hätten,sondern auch, daß man besser täte, sich an einem Vorgehen gegeneinen hochmögenden Rat, da dieser doch stets Recht bekäme, nichtzu beteiligen. Nach dieser demagogischen Heldentat hört man vonBrettius nichts mehr.
J. Feige, G. Ermrich, K. Nixdorf und der Katechet G. Wernerwirkten unter Crüger weiter. Nixdorf stieg jedoch in dieser Zeiteine Stufe tiuf und wurde 1587 als Kantor durch G. Vechnerersetzt. Dies erklärt sich vielleicht damit, daß Ermrich wirklichin das bürgerliche Leben überging: er war 1596 bis 1598 Vogt.Vechner war im Wintersemester 1579, zugleich mit Nixdorf, i"Prankfurt immatrikuliert worden. Er heiratete am 2:$. Aug. 1588die Witwe des Mag. K. Kifer, Dorothea Weinhof, die am 13. Nov.1590 starb. Daß er dann Grügers Schwiegersohn wurde, ist unslängst bekannt. Da er die Schola illustris überlebte und als Mit-beteiligter Aufzeichnungen über ihre letzten Zuckungen hinterließ,gehört er zu den Lehrern, die durchaus nicht übersehen werdendürfen. Daß er später den damals noch sehr rauhen deutschenParnaß zu erklimmen versuchte, mag an seinem Orte zur Sprachekommen. 1 )
') S. u. im Kap. VII gegen Ende.