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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
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298
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2«)8 Einsetzen des Niedergangs der Schule.

Schwierigkeit der Disziplin für einen Schulleiter bei der aus ganzverschiedenen, selbst aus ausländischen Gebieten stammenden, nachBegabung, Sitten und häuslicher Erziehung ganz ungleichartigenMenge von Schülern, besonders in dieser Zeit, wo man nicht bloßvon „levitas" und „petulantia", sondern eher von „ferocitas" und„improbitas" reden müsse. Wenn man das Amt mit Nutzen fürdie Schüler und zur Zufriedenheit der Menschen verseilen wolle,gehörten nicht nur große Gaben des Körpers und des Geistes,sondern auch Glück dazu. Mut für die schwere Aufgabe gebe ihmdas Bewußtsein, daß er nicht auf die eigenen Kräfte vertrauendhierher gekommen sei, sondern in der Überzeugung, daß ihn GottesWille und Befehl an diese Stelle gebracht habe, um das, was erimstande sei, zu leisten. Hiervon geht er auf die hohen An-forderungen an einen Lehrer im Unterrichten über. Er nennt ihnden Merkur, der zwischen Gott und der Jugend vermittelt. Sodannbespricht er die Aufgaben in der Übung der Disziplin im speziellenund zerlegt diese in Anforderungen „ingenii, prudentiae, artis" undder Autorität („maiestas"), die eine Gabe der Gottheit sei. Darauferörtert er die Hindernisse, die Arbeit und Eifer vergeblich machenund in den Kindern, in den Eltern, in den Freunden, in Gcsundheits-verhältnisson, in Abhaltungen und auch in irgendeiner vis maiorgelegen sind. Als Sündenbock nehme man herkömmlich bei Ver-fehlungen der Knaben die Lehrer, deren Worte und Tun manverdrehe oder in schlimmem Sinne auslege oder wohl gar ver-leumderisch verunstalte. Und oft schlössen sich Haß, Streitigkeitenund Rachsucht an. Es gebe jedoch in einer wohlgeordneten Ge-mi'indc auch Schutz.

Er schließt sein eigenes Thema ab, indem er das Ideal einesLehrers schildert, der ein Muster in allen Tugenden sein müsse,wenn er seine Aufgaben erfüllen wolle, und das sei die schwersteAnforderung, die an den Lehrenden gestellt werde. Die Anforde-rungen zusammenfassend, fragt er sich selbst, ob er ihnen ge-wachsen sei, und gibt der bescheidenen Hoffnung Raum, daß ihmGott, der ihm in seinem bisherigen Lebenslauf Wohltaten und Hülfebei Beschwernissen erwiesen habe, auch nun beistehen werde. Erwerde seine Erfahrungen und das gereifte Urteil dazu verwenden,der Hoffnung der Anwesenden und dem eigenen Wollen zu ent-sprechen. Vom ersten Anfang seiner Lehrtätigkeit an habe er alleseine Gedanken und Arbeiten auf die Verbesserung des Unterrichtsder Knaben in den Anfangsfächern nach bestem Können und Wissenverwandt. Bald sei er am Ziele angelangt, und die Leser würden