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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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264 Einsetzen des Niedergangs der Schule.

Der Konrektor oder Professor des Griechischen Auleander undder Katechet Gregor "Werner gingen in das folgende neue Rektoratmit über. Der Kantor Johann Scholz hingegen verschwindet in denNachrichten mit Kifer, und der Sukzentor M. Ashelm wird schonunter Kifer nicht mehr erwähnt; er war übrig geworden.

Die Schule war, nachdem ihr schon Cirkler Schüler entzogenhatte, die ihn nach Brieg begleiteten, unter den obwaltenden Ver-hältnissen weiter zurückgegangen. Da Auleander calvinistischerAnsichten bezichtigt wird und Kifers Sohn Christian später refor-mierter Geistlicher in der Pfalz war, mag wohl der odiöse Ruf desKryptocalvinismus den Rückgang der Schule, der jetzt ganz offen-kundig war, auch gefördert haben. Die Leitung der Schule versahwährend der Erledigung des Rektorats Auleander.

5. Herkunft, Bildungsgang und frühere Stellungendes neuen Rektors Petrus Sickius.

Sollte die Schule nicht ganz verfallen, so mußte etwas Nach-drückliches geschehen. Der Herzog Friedrich IV. nahm selbstwieder die Sache mit in die Hand.

Schon am 27. Nov. schrieb er 1 ) an Herzog Georg II. von Briegmit bekümmerten Gemutbe", daß der Rektor gestorben wäre, undäußerte die Befürchtung:das der unglugselige Zustandt dieserfürstlichen Schuelen, da demselben nicht zeitlichen vorgetrachtet,noch in mehren Abfahl und endlichen Undergang kommen undtgerathen möchte". Er bat ihn,wann aber zu E. L. als unseremfreundlichen lieben Herrn Vettern und Vattern wier uns aller väter-lichen Treue, Rath und Hulffe kindlich und unzweifelichen ge-trösten", zu helfen,wo wier wiederumb einen gelarthen, erfarnenund tüchtigen Rectorem zue dieser Schulen bekommen mochten".Und so wurde auf Herzog Georgs Anraten 2 ) und mit EmpfehlungZ. Barts und anderer ein bewährter Schulmann, der zugleich Theo-loge ohne calvinistischen Einschlag, wenn auch etwas philippistischgefärbt, war, berufen, der erste Rektor, der aus weiterer Ferneherstammte. Es war dies Mag. P. Sickius aus Rendsburg in Hol-stein. Friedrich gewann den neuen Rektor bald lieb, obgleich ernicht ganz ohne Einschränkung von dem Herzog Georg empfohlenworden war.

') Friedrich IV. an Georg IL, Liegnitz, 27. Nov. 1583. St. A.-Br., Orts-akten Fasz. XXIII.

2 ) S. den Brief vom 1. Dez. 1583 (vgl. o. S. 257, Antn. 2).