Druckschrift 
Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
Seite
262
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

262 Einsetzen des Niedergangs der Schule.

Sic, Circlere, tuos fidei victricis agones

Pulgida iustitiae, macte, corona manet.Hoc te conspicuum reddet diademate iudex,

Venerit extremo qui dare iura die.Nee tarnen hoc solus fulgebis honore, sed omnes,Quos tenet apparitus certa cupido sui.

Joachimus Fridericus dux manu propria."

Nach dem, was wir ausgeführt haben, könnte es fast scheinen,als ob Cirkler in Goldberg ganz fremd geworden wäre; aber er hatseine Heimat auch nicht aus den Augen verloren. Wie er derSchule gelegentlich einen vornehmen Schüler, nämlich Albrechtvon Waldstein, zuführte'), so dachte er neben seiner Verwandt-schaft auch an seine Mitbürger und deren Angehörige und zwar inerziehendem und bildendem Sinne.

Die schwankende Gesundheit hatte ihm schon 1597 vor seinerletzten Ausreise nahegelegt, sein Haus zu bestellen; am Mittwochvor Allerheiligen hatte er in Goldberg sein Testament 2 ) auf-gesetzt, am 28. Okt. 1598 wurde es in Liegnitz eröffnet. Auchdieses Schriftstück ist in dem ersten Teile eine Bekenntnisschrift.Dankbar schrieb er alles das, was er zu seinem Vermögen durchErsparnisse hinzuerworben hatte, seinen alten und dankbaren Dis-zipuln K. von Zierotin und Herzog Joachim Friedrich zu. Seinejungen Blutsverwandten oder in Mangel solcher seine GoldbergerLandsleute und Eingeborene der Fürstentümer Liegnitz und Briegsollten seine Erben sein. Von den allgemeinen Bestimmungen fürseine Verwandten sehen wir ab. Das Legat von Büchern für denHerzog Joachim Friedrich haben wir auch schon genügend erwähnt;die übrigen Bücher sollten Verwandten dienen. Der Hauptstockseiner baren Verlassenschaft, 1000 Taler, sollte zu landesüblichenZinsen angelegt werden, damit jährlich 60 Taler zur Verfügungwären. 30 Taler sollten einem jungen Gesellen aus der Bluts-freundschaft, wenn er das 18. Jahr seines Alters erreicht und eingutes Zeugnis, daß er wohl profitiert, gottesfürchtig und still ein-gezogen gelebt, beigebracht, zu Kontinuierung seiner wohlangefange-nen Studien drei Jahre nacheinander gegeben werden. Würdekein Tüchtiger aus der Blutsverwandtschaft gefunden, so sollte einanderes goldbergisches, briegisches, liegnitzisches oder bunzlauischesKind, das qualifiziert, gesucht werden. Andern zweien, die die

') Vgl. u. S. 329.») St. B.-Br., Wenzel.