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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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225
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Das Lehrerkollegium in Thabors Zeit. 22J

Gr. Werner. Er bat sie bei ihrem Seelenheil 1 ), bei der von ihmöffentlich und privatim vertretenen wahren Gestalt der himmlischenLehre bis zum Lebensende auszuharren, und wünschte ihnen einähnliches Lebensende wie das seinige. So schied der Mann, wieer gelebt hatte, in seiner lutherischen Überzeugung gefestigt undganz von ihr erfüllt. Dies und seine humane Art und sein ein-nehmendes Äußeres blieben in Goldberg in der Erinnerung.

7. Das Lehrerkollegium in Thabors Zeit.

Von derselben Breite in der Darstellung wie Thabor, ja, viel-leicht noch umständlicher in seinen Auseinandersetzungen mandenke an seine Vorworte zumKatechismus" von 1575, aber auchvon der tiefen, sein ganzes Leben beherrschenden Frömmigkeitund unentwegten lutherischen Rechtgläubigkeit wie jener, seinStiefvater, war G. Helmrich. Er nannte sich zwar nur Studiosusder Theologie, während man Thabor den Titeltheologus summus"gewährte, er hat sich aber auch nicht an selbständige theologischeArbeiten gemacht, sondern ist, wie in seinemKatechismus", nurBearbeiter der Werke anderer gewesen. In der Schule schonunter Trozendorf Lehrer des Griechischen, hat er, nach der Auf-gabe dos Liegnitzer Rektorats, bis ihn Claius etwa 1564 bei denAnfängern in der Grammatik und in der Interpretation gewisserAutoren ablöste, dieses Fach allein vertreten. Noch 1568 trug ergriechische Grammatik für die Fortgeschritteneren und Rhetorikv °r. Daneben behandelte er im lateinischen Unterricht CicerosReden, systematische Rhetorik und Stilistik. Nach Thilo inter-pretierte er später besonders Dichter. Als Mitbeteiligten am Reli-gionsunterricht, wie nach seinemKatechismus" zu erwarten wäre,können wir ihn nicht nachweisen. Tilenus nennt ihnprineepseonsortum", d. h. Konrektor, wie sich die Titulatur für den erstenLehrer nach dem Rektor allmählich herausgebildet hatte, ohne je-doch etwas Genaueres über die von ihm verwalteten Fächer ausseiner Zeit anzugeben. Für die Einschätzung als Schulmann undEpigone Trozendorfs ist bei seinen literarischen Arbeiten eins hervor-zuheben: die Pflege der deutschen Sprache. Hatte Trozendorf ge-legentlich schon deutsche Sätze und Sprüche in seine Ansprachenan die Schüler eingemischt, den Katechismus vor den Kleinen deutschbehandelt und die Sprüche desRosarium" lateinisch und deutschwiedergegeben und Thabor das alles in denMethodi" beibehalten

*) St. B.-Br., Wenzel.Monumonta Gormaniao Paodagogica LVII 15