] 76 Die Epigonenzeit der fürstlichen Schule.
reiste zum November 1558 dorthin ab. Obgleich^Arzt, hatte erdoch jahrelang als philosophischer Dozent gewirkt und blieb auchspäter bei dieser Fakultät, so daß er wohl die wissenschaftlicheBefähigung für die Übernahme des Rektorats besaß.
Am 11. April 1547 war er in Wittenberg als Student ein-getragen worden, hatte am 11. Febr. 1550 das Magisterium er-worben und schon am 18. Okt. 1551 gleichzeitig mit M. Neanderund T. Heshusius in den Senat des Collegium philosophicum, d.h.der Fakultät, als ordentliches Mitglied Aufnahme gefunden. ImWintersemester 1556/7 bekleidete er das Dekanat, und währenddesselben wurden am 22. Jan. 1557 Mag. P. Vincentius aus Breslau,der Ausbauer des Görlitzer Gymnasiums, erster Breslauer Schul-inspektor und Rektor zu St. Elisabeth, und am I.Mai 1557 derGegner des A. Musculus: A. Praetorius und der gekrönte PoetJ. Scliosser von der Fakultät rezipiert. Als Dekan disputierte, eram 11. Dez. 1556 „De partibus humani corporis et de methodo".Er promovierte am 5. Jan. 1557 einen Bakkalar und ebenso am2. Febr. den Sohn des Bürgermeisters H. Krapp, Jakob, Melan-chthons Neffen. Anfang 1557 forderte er auch durch öffentlichenAnschlag zur Meldung zum Magisterexamen auf 1 ) und lud am2. Febr. für diesen Tag zum Examen ein. 2 ) Außer dem Dekanexaminierten Melanchthon, Peucer und noch drei andere Ma-gister. Es mag trotz der winterlichen Zeit ein heißer Tag gewesensein, denn nicht weniger als 48 Magistranden wurden am 16. Febr.promoviert. Unter den neuen Magistern war der Holsteiner0. Günther, den Paxmann als ersten philosophischen Dekan derJulia wiedersehen sollte. Von seinen Vorlesungen erwähnt Claius 3 )Demosthenes, Homer, Dialektik und Physik, und erhalten sindseine Anschläge vom 18. Aug. 1555, in denen er Vorlesungen überAristoteles „De anima" ankündigt 4 ), und vom 10. Mai 1556, durchden er zur Erklärung der Kommentarien Caesars über den gallischenKrieg einlud 5 ), die er nicht bloß wegen der historischen Kenntnisund des schönen Lateins, sondern auch aus patriotischen Gründenempfahl. Diese Vorlesung mußte er einmal unterbrechen. Er hattesich verheiratet, und seine Gattin Margarete starb am 6. Sept. beider Geburt eines Knaben. In dem Anschlag 6 ) pries er die
>) Scripta III, Bl. 40. 2 ) Ebenda Bl. 56 T , 61.
3 ) Claius im Epicedium für Henning Paxmann, Bl, Cijf.: s. u. S. 192,Anm. 2.
*) Scripta II, Bl. 275. ») Ebenda II, Bl. 393.
«) Ebenda III, Bl. 14, 14*, 17vf.