Trozendorfs Werke. ] 59
ausgefallen und das wohl mit aus Rücksicht auf die Streitigkeitendarüber, jedenfalls von Thabor nach seinen Anschauungen undAbsichten bearbeitet, denn für die Schüler z. B. ist sie verwirrendund erdrückend, ganz gegen Trozendorfs Art, und macht das me-thodische Lehrbuch implicite zu einer methodischen Streitschrift.In der zweiten Methodus zeigt der Katechismus keine Abweichungen,ebenso auch nicht in der dritten „für die jungen Knaben". Dafürfolgen hier die täglichen Gebete, das Benedicite, Gratias, Früh-gebet und Abendgebet, alle auch von Helmrich in Reime gebracht.Bei den Früh- und Abendgebeten ist auch je ein längeres vor-gesehen. Außerdem sind noch andere Gebete von Mathesius,Helmrich und Thabor aufgenommen. Das letzte von Thabor ist1563 den Schülern als Exercitium styli gegeben worden. Imvierten Teile stehen am Eingang die kurzen Fragen, die Trozen-dorf 1555 für Helmrich zusammengestellt hatte. Sie wurden aberin Goldberg nur an den Sonntagen den Sommer über gestellt,wenn die Schüler den Katechismus zu Mittag öffentlich stückweiseaufsagten, d. h. es wurden alle fünf Hauptstücke „ganz schlecht"rezitiert. Hieran schließt Helmrich, auf sieben Sonntage genauverteilt, die Erklärung und Auslegung aus Luthers Kleinem Kate-chismus, mit Angabe der zu singenden Kirchenlieder usw. DieSprüche von den Sakramenten und den guten Werken hat Helm-rich aus dem Neuen Testament zusammengestellt und dazugesetzt.Hinter den Katechismuslektionen steht das Gebet Thabors nachTrozendorfs Tode deutsch und sonst viele Gebete, alte und neue,von Trozendorf, Thabor und Helmrich und auch wieder von"• Mathesius. Darauf kommt „Die Lehre vom heiligen Abendmahlz u Übung der lateinischen Sprache in der Goldbergischen Schuleder Jugend fürgeschrieben im ,T. 1570" und in den „Methodi" feh-lend: „Kurtzer Bericht vom heiligen Sakrament des Leibs undBluts unsers Herrn und Heilands Jhesu Christi, vom Herrn Valen-tino Trocedorf zu Liegnitz nach dem Goldbergischen Brandt öffent-lich proponiret Anno M. D. LIIII, das neheste Jahr für seinemTode"(!). Dann gibt Helmrich die vier Symbola, das Apostolicum,das Athanasianum, das Symbolum Ambrosii oder Augustini unddas Nicenum. Wieder machen Gebete den Schluß, zwölf ins Deut-sche übersetzte von Thabor nach den Sonntagsevangelien und»Einen gottfürchtigen gemeinen Hausvaters teglich Gebet". End-lich folgt das „Rosarium", nur deutsch und ohne alle Erklärungen,"wie in den „Methodi" von 1570, und mit denselben Sprüchen wiedort. Dahinter liest man deutsch den Eingang des Evangelii